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Blitz-Pizza mit Obst



Ein Koch-Blog-Event zum Thema Pizza. Der Event  wird von Luna vom Blog Lunaphilosophy organisiert. Anna nimmt daran teil und das ist ihr Rezept: 
Blog-Event LXXXVI - We ♥ Pizza (Einsendeschluss 15. April 2013)
Als ich das Thema sah, dachte ich schade, da kann ich wohl nicht mitmachen, denn auf unserem Blog geht es ja nur um Süßes. Dann tippte ich einfach einmal "süße Pizza" in Google ein und siehe da, das ergab endlose Hits. Plötzlich kam mir eine süße Pizza gar nicht mehr so abwegig vor und nachdem ich sie gebacken und gegessen hatte, sogar sehr überzeugend und logisch. Was gibt es wohl rascheres als eine Pizza mit Obst statt einem Kuchen zum Nachmittagstee.

Wenn ich früher Pizza gemacht hatte, dann war das eine ziemlich aufwendige Angelegenheit. Das Gemüse, das bei mir immer in Bergen auf einer Pizza sein musste, wurde erst gegrillt. Der Teig musste natürlich mit frischer Hefe sein, was eine Vorausplanung der Pizza beinhaltete. Dann ließ ich ihn 2 Stunden gehen und schließlich zog ich ihn auf ein eingeöltes Backblech  aus.

...dann sah ich Jamie eine Blitz-Pizza machen. Ich backte sie nach und siehe da sie schmeckte genausogut wie meine normale Pizza. Seither gibt es nur mehr Blitzpizza bei mir.  Das besondere an seiner Pizza ist, dass er Trockenhefe verwendet und den Teig nicht gehen lässt. Er gibt den ausgezogen Teig sofort auf eine eingeölte Alufolie. Diese Alufolien mit dem Teig können auch übereinander gestapelt und auch im Kühlschrank bis zur Verwendung so gelagert werden.

Für diesen Pizzateig habe ich mich nur lose an Jamie angelehnt. Vorallem deshalb, weil ich bis auf die 3 Päckchen Trockenhefe pro kg Mehl, keine Ahnung mehr habe, wie er den Teig sonst noch gemacht hatte. Da ich ja eine süße Pizza machte, verwendete ich eine Mischung aus Wasser und Milch. Normal nehme ich nur Wasser, Salz, Mehl und Olivenöl. Für diese Pizza fügte ich statt dem Salz einen Teelöffel Zucker hinzu. Ich verwendete aber auch für diese süße Pizza Olivenöl, denn das harmoniert sehr gut mit Obst und anderen süßem Belag. Schade nur, dass ich kein attraktiveres Obst wie Kiwi oder Mango für ein tolles Foto zu Hause hatte.

Zutaten für 2 Stück (2 bis 4 Personen):
für den Teig:
150 g Mehl
1/2 Pkt Trockenhefe
1 El Olivenöl
90 ml halb Wasser halb Milch
1Tl Zucker
für den Belag:
8 TL Creme Fraiche
4 bis 6 EL Wildpreiselbeermarmelade
1 Banane
1/2 Apfel
Saft von einer halben Zitrone
1 kleine Handvoll Orangeat (für die erste Pizza)
1 Stück Birne (für die zweite Pizza)
ein paar Scheibchen Chili
40 g weiße Schokolade

Etwas Alufolie,  etwas Frischhaltefolie
Alle Zutaten sollen warm sein. Die Küche soll ebenfalls warm sein

  1. Backrohr auf 250 °C vorheizen. Gitter im zweiten Drittel oben einschieben.
  2. Mehl in eine Schüssel geben. In die Mitte mit der Faust eine Grube drücken.
  3. Trockenhefe und Zucker hineingeben.
  4. Wassermilchgemisch leicht erwärmen.
  5. Zu der Hefe gießen.
  6. Olivenöl hinzufügen.
  7. Mit der Gabel von aussen her Mehl in die Milch werfen und verrühren. 
  8. Sobald die Masse nicht mehr Nass aussieht das ganze Mehl hineinkneten. Der Teig sollte danach nicht mehr kleben.
  9. Teig auf die Arbeitsfläche geben und mit dem Handballen den Teig immer wieder von sich wegdrücken. Zirka 5 Minuten mit warmen Händen kneten.
  10. Teig in zwei Teile teilen. Einen Teil auf einem angewärmten Teller mit einer Frischhaltefolie bedecken.
  11. Ein großes Stück Alufolie auf die Arbeitsfläche legen und etwas Olivenöl darauf geben. Mit der Hand verstreichen.
  12. Mit den eingeölten Händen den Teig rundherum in der Luft zu ziehen beginnen. Dann eine Hand unter dem Teig legen und mit der andern Hand entlang dem Rand ziehen. Ist die Küche zu kalt, dann kann dieser Vorgang auch bei vor dem geöffneten Backrohr durchgeführt werden.
  13. Teigfladen auf die Alufolie legen.
  14. Die eine Hand in die Mitte von dem Teigfladen legen und damit den Teig festhalten. Mit den Fingern der anderen Hand den Teig rundherum in die gewünschte Größe und Dicke ausdehnen
  15. Damit das besser geht, kann auch die Oberfläche nochmals mit etwas Olivenöl bestrichen werden.
  16. Die halbe Menge Creme Fraiche darauf verteilen.
  17. Die halbe Menge Wildpreiselbeemarmelade darauf verteilen.
  18. Mit der Alufolie direkt auf den Backofenboden legen und 2 Minuten backen lassen.
  19. Inzwischen die Banane schälen und in Scheiben schneiden.
  20. Den Apfel halbieren und vom Rand her mit dem Sparschäler den Apfel in dünne Scheiben schneiden. Hat die Apfelschale eine schöne Farbe dann mitschneiden.
  21. Alles sofort in dem Zitronensaft wenden.
  22. Die Pizza aus dem Ofen auf ein Schneidbrett ziehen und auf die Arbeitsfläche stellen.
  23. Mit den Bananen und Apfelscheiben belegen. Ein paar Chilischeiben dazu legen.
  24. Jetzt auf dem oberen Rost schieben und 3 bis 4 Minuten backen.
  25. Inzwischen die zweite Pizza vorbereiten. Sobald die erste Pizza aus dem Ofen kommt, die zweite Pizza ohne Obst wie zuvor unten direkt auf dem Backofenboden legen und 2 Minuten backen. 
  26. Inzwischen die Hälfte der weißen Schokolade raspeln und auf die noch heiße Pizza streuen. Mit dem Pizzaschneider in Stücke schneiden.
  27. Zweite Pizza aus dem Backofen holen. Belegen und wie bei der ersten Pizza weiter verfahren.



Mehl in einer Schüssel mit einer kleinen, mit der Faust eingedrückten Grube in der Mitte
Milch-Wassergemisch mit Olivenöl
Mit der Gabel das Mehl in die Flüssigkeit geworfen und verrührt
Teig auf der Arbeitsfläche am kneten - mit der einen Hand halten und mit dem Handballen der anderen Hand weg vom Körper drücken. Wieder zusammenlegen und Vorgang so zirka 5 Minuten lang wiederholen.
Halber Teig hinten unter Frischhaltefolie auf einem warmen Platz. Vorne Teig für die erste Pizza.
Teig vorerst in der Luft etwas dehnen
Teigfladen auf die eingeölte Alufolie legen 
die eine Hand in die Mitte von dem Teigfladen legen und damit den Teig festhalten
mit den Fingern der anderen Hand den Teig rundherum ausdehnen
fertig ausgedehnter Teig
Creme Fraiche verteilen
Wildpreiselbeer Marmelade verteilen und direkt auf dem Backofenboden 2 Minuten vorbacken
Pizzaboden nach dem Vorbacken
Pizza oben nach dem Vorbacken
fertig belegte zweite Pizza
fertig belegte erste Pizza mit Orangeat
mit der Alufolie ohne Backblech in das obere Drittel des Backrohrs schieben
Reibe mit geriebener weisser Schokolade
geriebene Schokolade statt Käse
fertige erste Pizza
fertige zweite Pizza mit einem Pizzarädchen angeschnitten
Tipps:
  • Auf die Pizza kann jedes beliebige Obst gegeben werden. Sehr dekorativ sind Kiwis und Mangos. Statt der Wildpreiselbeermarmelade kann auch jeder andere rote Marmelade gegeben werden. 
  • Vegan: Im Teig nur Wasser verwenden. Statt Cremefraiche gleich eine rote Marmelade streichen. Dann die Pizza sofort mit Obst belegen und in die Mitte des Backrohrs schieben.
  • Statt Alufolie kann auch Backpapier genommen werden. Dann aber nur auf 220 °C  heizen.



Böhmisches vom Nordpol

Liwanzen ... das schmeckt nach Kindheit, nach Feiertagen, nach etwas ganz Besonderem. Ich habe mir schon anhören müssen, dass sich der Mehraufwand gar nicht lohnt, dass Rahmdalken oder ähnliches ja fast das Gleiche sind.

Ganz falsch! Er lohnt sich, und wie! Diesen besonderen, feinen Geschmack hat nur die Liwanze aus Germteig. Sie ist flaumig, mit einem ganz leichten herben Germgeschmack und im Hintergrund etwas Zitrone. Dazu säuerliche Powidlmarmelade, Zucker und Sauerrahm ... ich kann gar nicht aufhören zu schwärmen ...

Liwanzen sind unmodern geworden. In Gasthäusern und Restaurants sind sie so gut wie ausgestorben. Findet man sie doch mal irgendwo auf der Karte, werden sie "neu interpretiert" und haben nix mit den Liwanzen meiner Kindheit zu tun. Doch voriges Jahr waren wir nach einem Tipp von Katha zum Abendessen im Nordpol in Wien. Und dort waren sie auf der Karte. Und zwar so, wie sie sein müssen (na gut, Topfen dazu mag ich nicht, der muss aber laut Originalrezept sein).

Vom Besitzer des Nordpol gibt es ein kleines, feines Kochbuch mit diesem Liwanzenrezept. Das Buch ist zwar schon vergriffen, aber bei dieser praktischen Seite habe ich es dann doch bestellen können.

Liwanzen
für 4 Personen

300 g Weizenmehl glatt, Typ 480
500 ml lauwarme Milch
40 g Staubzucker
1 Ei
1 Eidotter
20 g Germ
abgeriebene Schale einer Zitrone
1/2 TL Salz

Butterschmalz
Powidlmarmelade
etwas Zimt
1 Schuss Rum
Sauerrahm
Bröseltopfen
Backzucker zum Bestreuen (der schmilzt nicht!)

Die hübsche blaue Pfanne habe ich mir vor vielen Jahren in der Tschechoslowakei gekauft.
Germ in einem Drittel der lauwarmen Milch auflösen. Diese Milch mit Staubzucker, Ei, Eidotter, Zitronenschale und Salz verrühren. Dann die restliche Milch abwechselnd mit dem Mehl zugeben. Den Teig so lange rühren, bis er dickflüssig ist und Blasen wirft. Das dauert ungefähr fünf Minuten. Im lauwarmen Backrohr bei 35 bis 40 Grad eine halbe Stunde aufgehen lassen.

Etwas Butterschmalz in den Vertiefungen einer Dalkenpfanne zerlassen oder in eine normale Pfanne geben. Mit einem kleinen Schöpflöffel in die Mulden gießen (oder in der normalen Pfanne kleine Fladen mit einem Durchmesser von ungefähr acht Zentimeter formen). Goldbraun backen, umdrehen und auf der zweiten Seite ebenfalls knusprig braten. Im Backrohr warm halten, bis alle gebacken sind. Powidlmarmelade mit Zimt und Rum verrühren und auf die Dalken streichen. Den Topfen drauf geben (hab ich nicht gemacht, mag ich nicht), mit Sauerrahm und Streuzucker servieren.

Ich glaube, ich habe mindestens acht Stück davon gegessen, und ich kann ohne Übertreibung sagen, dass sie genau so geworden sind, wie ich sie in Erinnerung hatte ...



Hafermilch

Jemand fragte uns nach einem Rezept für Hafermilch. Da wir schon vielfach gehört haben, dass Hafermilch so nach gar nichts schmeckt und daher Datteln oder Zucker hinzugefügt werden sollte, wollten wir gleich etwas vorbeugen und durch ein neutrales Speiseöl die Milch verbessern. Wir wurden mit einer wirklich köstlichen Hafermilch belohnt, die keinen Zusatz mehr benötigte. Der nussige Geschmack von dem Sonnenblumenöl, das sich auf Grund des eigenen Lezithinanteils gut mit dem Wasser emulgierte und das sanfte Haferaroma schmeckten einfach lecker.

Ohne den Fettanteil des Hafers zu beachten, haben wir zirka 3,8% für das Sonnenblumenöl berechnet, was dem Fettanteil einer Vollmilch entspricht.

Zutaten für 1 Glas "Milch":
20 bis 30 g Haferflocken (wir hatten nur zartweiche zu Hause)
1/2 EL neutrales Sonnenblumenöl 
250 ml Wasser
  1. Ausgehend von der Stärke des Standmixers nehmen wir 20 bei einem superstarkem Gerät und 25 bis 30 g bei einem normalen Standmixer. Ist der Mixer schwach, dann in mehreren Etappen mixen. Ist er sehr stark kann eine halbe Minute schon reichen.
  2. Haferflocken trocken in den Blender geben und kurz zerkleinern.
  3. Wasser und Sonnenblumenöl hinzufügen und 1 bis 2 Minuten mixen.
  4. Einen engmaschigen Sieb auf eine Schüssel geben und wer hat kann auch noch wie wir ein Mulltuch (Käsetuch) hineinlegen.
  5. Hafermix hineingießen.
  6. Mit einem weichen Spachtel die Masse gegen das Tuch streichen.
  7. Das Mulltuch hochheben und mit der Hand ausdrücken.
  8. Das Mulltuch öffnen und den fast trockenen Rest zu einer Kugel formen. Diese kann auch mit einer kleingeschnittenen Dattel vermischt werden. Die Haferkugel kann nun als Snack für zwischendurch gegessen werden.
  9. Die fertige Hafermilch in ein Glas gießen und frisch genießen.
 Alle Zutaten im Standmixer
 feinmaschiger Sieb auf Schüssel
fertig gemixte Hafermilch im Sieb mit Mulltuch
 die restliche Masse wird mit einem Silikonspachtel gegen Tuch und Sieb gepresst.
 restliche Hafermasse zu einer Kugel geformt
 fertige Hafermilch in der Schüssel
Tipps:
  • Es kann auch ein anderes neutrales Öl wie Distelöl, Reisöl oder Traubenkernöl genommen werden. Wir finden nur das Sonnenblumenöl am Besten.
  • Wer mehr Hafermilch zubereiten möchte, kann auch austesten, wie lange sie sich im Kühlschrank hält, ohne dass das Öl sich an der Oberfläche absetzt.
  • nicht vorweichen, da die Flocken dann zum Schleimen anfangen.

Schlagsahne aus Cashew-Nüssen

Wer Milch- und Sojaprodukte nicht verträgt, aber sehr gerne eine geschlagene Sahne zum Kuchen hätten, kann sich relativ einfach eine alternative Schlagsahne mit Cashew-Nüsse zubereiten.  Wir haben den Fettgehalt der Cashew-Nüsse zusammen mit dem Kokosfett auf zirka 36% berechnet. Das ist der Fettgehalt, der Schlagsahne in Österreich. Wir haben die Cashew-Nüsse als Stabilisator in der Masse gelassen. Dadurch sieht sie nicht ganz so cremig und weich wie die Schlagsahne aus, kommt aber vom Mundgefühl her in der Konsistenz der Schlagsahne sehr nahe.

Zutaten für 2 Portionen:
50 g Cashew-Nüsse
30 g Kokosfett, zimmerwarm
70 g Wasser
  1. Cashew-Nüsse mit Wasser bedecken und am Besten über Nacht einweichen.
  2. In ein Sieb geben und spülen. Gut abtropfen lassen.
  3. In einen Standmixer/Blender geben. Wasser darüber gießen.
  4. Solange mixen bis eine feine, weiche Paste entstanden ist.
  5. Kokosfett leicht erwärmen, gerade so, dass es flüssig wird.
  6. Dazugießen und nochmals 10 Sekunden durchmixen.
  7. In eine hohe Schüssel schütten.
  8. Fühlt sich die Masse warm an, dann kurz etwas warten. Sie soll aber auch nicht kalt werden. (etwa 30 °C)
  9. Mit dem Handmixer Rühreinsatz kurz durchrühren. Sie darf wie bei Schlagsahne nicht zulange gemixt werden, da sich sonst das Wasser wieder zu trennen beginnt. Auch härtet sie noch nach. Also gerade soviel mixen, dass nach dem Ausschalten eine Spur sichtbar ist.
  10. Kurz warten bis sie sich verfestigt hat. Dann kann sie je nach Belieben auf einem kalten Kuchen gestrichen oder dressiert werden. Im Kühlschrank verfestigt sie sich noch etwas. 

 eingeweichte Cashew-Nüsse
 im Sieb gewaschen
 im Blender mit Wasser
 fertig gemixt
 fertig aufgeschlagen
Blick in die hohe Schlagschüssel
auf ein Törtchen dressiert

Crispy Duck with Pancakes

Achtung: Ziemlich langer Beitrag mit gleich drei Rezepten für ein richtiges Festessen!

Es war einmal, vor vielen Jahren ein Paar auf seinem ersten gemeinsamen Londonurlaub. Sie konnten damals noch nicht mal richtig mit Stäbchen essen. Aber sie hatten doch schon gehört, dass das chinesische Essen dort wesentlich mehr mit chinesischem Essen zu tun hatte, als das, was man zuhause normalerweise bekam.

Und so setzten sie sich am Queensway in den Magic Wok, das erste chinesische Lokal am dem sie vorbeikamen. Sie studierten die umfangreiche Speisekarte. Und da passierte es: Am Nebentisch servierte man einen großen Teller mit zerfitzeltem Entenfleisch, ein Dämpfkörbchen mit hauchdünnen Teigfladen. Einige winzige Schüsselchen mit verschiedenen Saucen sowie kleine Teller mit Gurken- und Frühlingszwiebelstreifen. Die Gäste legten sich jeweils eine Teigflade auf den Teller, bestrichen sie mit Sauce, schichteten Entenfleisch und Gemüse drauf und rollten sie ein.
Wir schauten uns an und sagten fast gleichzeitig: "Das will ich auch".

Im Magic Wok vor zehn Jahren, als auch diese Fotos entstanden ...

Wir überflogen erneut die Speisekarte - fanden aber gar nichts, das nur im Entferntesten dem Essen am Nachbartisch ähnelte. Da wir überhaupt keine Ahnung hatten, was das war, bestellten wir einfach durch Fingerzeigen. Das Georderte stellte sich als "Crispy Duck with Pancakes" (Peking-Ente) heraus. Und es schmeckte ganz wunderbar. Diese Kombination aus Fleisch, Stückchen mit knuspriger Haut, leicht scharfer Sauce und erfrischendem Gemüse war unwiderstehlich.

Übrigens: Wer dieses feine Essen dort auf den Speiskarten finden will, muss bei den Vorspeisen suchen - nicht so wie wir bei den Hauptspeisen ...

Wieder zuhause ging's dann los mit der Recherche. Bei der Ente war bald alles klar. Ich habe ein Kochbuch von Ken Hom, der die Zubereitung der Peking-Ente gut erklärt. Wichtig ist, sie richtig durchzubraten, vor dem Braten einzustreichen und mehrere Stunden zu trocknen.

In den unendlichen Weiten des Internet fanden wir nach langem Suchen das ideale Rezept für die Pancakes. Mit dem Trick, wie man die Pancakes ganz besonders dünn machen konnte.

Als Sauce kommt bei mir immer auch die unvergleichliche Essig-Karamell-Sauce von Meister Siebeck auf den Tisch. Und wenn man nach dem Essen die Saucenschüsserl vergleicht, ist diese immer diejenige, von der am wenigsten übrig bleibt.

Crispy Duck
für 4 Personen

2 Hausenten, á ca. 2 kg

1/2 Zitrone
2 EL Honig
2 EL dunkle Sojasauce
75 ml Shaoxing-Reiswein (oder trockenen Sherry)
600 ml Wasser

Die Zitrone in dünne Scheiben schneiden. Zusammen mit den anderen Zutaten in einen Topf geben, aufkochen und 20 Minuten sieden lassen. Die Enten waschen, sehr gut abtrocknen. Dann sollte man die Enten mit einem Fleischerhaken aufhängen und mit der Flüssigkeit mehrmals bepinseln. Sodann muss man sie an einem kühlen, gut belüfteten Ort aufhängen und einige Stunden trocknen lassen.  Die Haut muss sich danach anfühlen wie Pergamentpapier.

In Ermangelung einer Aufhängevorrichtung für die Enten habe ich einerseits den Küchenrollenhalter, andererseits das Trockengestell für Dekantierflaschen umfunktioniert und die Enten damit aufgestellt. Der Mitkoch hat einen Ventilator davor und ein Backblech darunter platziert, den interessierten Kater haben wir aus dem Raum gejagt. Nach einigen Stunden war die Entenhaut wirklich trocken und seidig glatt.

Das Backrohr auf 180 Grad vorheizen. Die Enten innen salzen, mit der Brust nach oben auf einen Rost in eine Bratform legen. Etwas Wasser in die Form gießen (das verhindert einerseits, dass das Fett spritzt, andererseits entwickelt sich eine ganz feine Sauce unter den Enten). Die Enten mindestens zweieinhalb, besser drei Stunden braten. Nach der Hälfte der Zeit die Temperatur auf 160 Grad reduzieren. Ich hab die Enten nach einer halben Stunde bedeckt, damit die Haut nicht zu schnell dunkel wurde. Die Folie habe ich eine dreiviertel Stunde vor Ende der Bratzeit wieder entfernt.

Eine halbe Stunde vor Ende der Bratzeit habe ich die Enten kurz aus dem Backrohr geholt und die entstandene Sauce abgeschöpft und entfettet. Wenn man die statt der Hühnersuppe für die Essig-Karamell-Sauce nimmt, schmeckt sie noch besser!

Die Enten nach Ende der Bratzeit aus dem Backrohr nehmen und zehn Minuten rasten lassen. Dann das Fleisch von den Knochen lösen, Haut und Fleisch in dünne Streifen schneiden. Auf einem großen Teller im Backrohr warm halten.

Pancakes
für vier Personen (ca. 30 Stück)

300 g Weizenmehl glatt, Typ 480
250 ml kochendes Wasser
Erdnussöl zum Bestreichen

Für den Teig das Mehl in eine Schüssel sieben, das heiße Wasser darüber gießen und den Teig in der Küchenmaschine so lange kneten, bis er locker und glatt ist. Mit einem Küchentuch abdecken und mindestens eine halbe Stunde ruhen lassen. Dann auf einer bemehlten Unterlage ungefähr zwei Millimeter dick ausrollen und sechs Zentimeter große Plätzchen ausstechen.
Jetzt kommt der Trick:
Jedes zweite Plätzchen mit Öl bestreichen und ein unbestrichenes drauf legen. Von der Mitte her ausrollen, bis die Flade ungefähr 15 Zentimeter Durchmesser hat und sehr dünn ist. Mit den anderen Teigplätzchen ebenso verfahren.

Aus Backpapier ausreichend große, quadratische Blätter schneiden. Die werden befeuchtet, man braucht sie, um sie zwischen alle Pancakes zu legen, weil die sonst aneinander festkleben. In einer beschichteten Pfanne auf mittlerer Hitze ohne Fett auf beiden Seiten jeweils eine Minute backen. Sie sollten hell bleiben und keine braunen Flecken bekommen, dann sind sie richtig.

Sofort vorsichtig auseinanderziehen (sie sind da noch ziemlich heiß, aber Schnelligkeit ist wichtig, weil die kleinen Fladen blitzschnell hart werden und brechen) und zwischen befeuchtetem Backpapier lagern. Zusätzlich in ein feuchtes Tuch einschlagen, damit sie ja nicht austrocknen. Das kann man einige Stunden vor dem Essen erledigen. Vor dem Servieren werden die Pancakes im Dämpfkörbchen rund 20 Minuten (immer noch in Tuch und Backpapier eingepackt) erwärmt.

  
Gemüse für die Füllung

1 große Feldgurke
1 Bund Frühlingszwiebeln

Die Gurke entkernen, aber nicht schälen. Gurke und Frühlingszwiebel längs in möglichst dünne Streifen mit einer Länge von 10 bis 15 Zentimeter schneiden, damit sie gut in die Pancakes passen.

Essig-Karamell-Sauce

2 EL Zucker
2 EL Sherryessig
125 ml Weißwein
200 ml Hühnersuppe
Salz
Pfeffer
Butter zum Montieren

Den Zucker in einer Pfanne karamellisieren. Sofort mit Essig, Weißwein und Suppe ablöschen. Auf ungefähr die Hälfte einkochen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Zum Schluss mit Butter montieren. Die Sauce sollte eine sirupartige Konsistenz haben.

... bei der Küchenschabe vor zwei Tagen
Wenn man statt Hühnersuppe die entfettete Sauce der Enten nimmt, schmeckt die Sauce noch besser. Außerdem ist sie auch wunderbar zu rosa gebratener Entenbrust. Die Küchenschabe löffelt sie auch gerne mal pur, so gut schmeckt sie!

Weiters servieren wir dazu meist Hoisin-Sauce (gekauft) und Chilisauce

Es ist ein zwar ein aufwändiges Essen, aber ein absoluter Familienhit. Wenn die jungen Damen sich etwas wünschen dürfen, wünschen sie sich meist Crispy Duck mit Pancakes - so auch diesen Ostersonntag ... 





Mini Osterpinzen ohne Ei




Bread Baking Day #57 - Blogwarming Party - please bring Bread! (Last day of submission April 1st, 2013)Osterpinzen sind sozusagen das Osterbrot in manche Teilen von Österreich. Wir haben uns viele Rezepte angesehen, die alle so ziemlich die gleichen Zutaten haben und haben dann unsere eigenen Pinzen kreiert. 

Hier testeten wir gleich einmal auch Johannisbrotkernmehl und Kichererbsenmehl als Dotter-Ersatz. Sie schmeckten hervorragend, nur leider gingen sie uns in die Breite und die typischen Spitzen kommen nicht so zur Geltung. Das nächste Mal werden wir etwas wenige Milch nehmen. Bis dahin schreiben wir aber das Rezept genau so auf, wie wir es gemacht haben und wie auf den Fotos zu sehen ist.

Da das Rezept mit Hefe ist, machen wir mit bei Zorra und dem Bread Baking Day Blog-Event.



Zutaten für 25 Stück:
500 g Mehl
270 ml Milch
80 g Zucker
100 g Butter geschmolzen
1 Pkt Vanillezucker
1 Pkt Trockenhefe
1/2 TL Salz
Abrieb 1 Bio-Zitronenschale
1/2 TL Anis gemahlen *optional
Rumaroma ein paar Tropfen
2 g Johannisbrotkernmehl
3 EL Kichererbsenmehl
1 Messerspitze Gelbwurz (=Kurkuma)
1 kleine Handvoll Rosinen *optional
etwas Kaffeesahne und Milch
Frischhaltefolie

Die Zutaten müssen alle zimmerwarm sein und die Küche angenehm warm und geschlossen.
  1. 3 Backbleche mit Backpapier belegen.
  2. Mehl, Zucker, Salz, Vanillezucker, Anis, Johannisbrotkernmehl, Kichererbsenmehl und Gelbwurz trocken vermischen. 
  3. Mit der Faust eine Ausbuchtung in die trockene Mischung drücken. Trockenhefe hineinstreuen. Etwas von der leicht angewärmten Milch hineinschütten und mit einer Gabel verrühren. 
  4. Butter auf einer warmen Herdplatte zum Schmelzen bringen. 
  5. Restliche Milch, flüssige Butter, Rumaroma, Rosinen und Abrieb der Zitronenschale hinzufügen und vermischen.
  6. Mit einer Küchenmaschine und dem Knethacken geschmeidig kneten.
  7. Eine Kugel formen, zudecken und bis zur doppelten Höhe aufgehen lassen.
  8. 25 Kugeln je zirka 40 g mit Gefühl formen und auf die Backbleche verteilen. Alle mit zimmerwarmer Milch bestreichen und mit Frischhaltefolie abdecken.
  9. 20 Minuten gehen lassen.
  10. Mit der Schere 3 Einschnitte machen und nochmals etwas gehen lassen.
  11. Mit Kaffeesahne bestreichen.
  12. Inzwischen Backrohr auf 170 °C vorheizen.
  13. 15 bis 20 Minuten nach und nach backen.
 Mehlmischung in der Knetschüssel unserer Küchenmaschine
 fertige Teigkugel
aufgegangener Teig 
 zu Kugeln geformt
 Einschnitt mit der Küchenschere
 je 3 Einschnitte von der Mitte her
fertig gebackene Mini Pinzen
Tipps:


  • Anis ist nicht jedermans Sache. Eine Prise ist weniger aufdringlich.
  • Statt Trockenhefe 1 Würfel frische Hefe.
  • Statt Gelbwurz kann auch das edlere Safran verwendet werden. Gibt eine sehr schönes Gelb und ein gutes Aroma.
  • Es können auch gleich alle 3 Bleche mit Umluft gebacken werden. (nicht getestet!)
  • Den Teig kurz gehen lassen und dann nochmals kneten. (gesehen bei einer Salzburger Bäckerin)

Amerikaner

Warum Amerikaner Amerikaner heißen, ist nicht ganz klar. Wir würden sagen, dass einfach die Art der Kekse, der Grund für den Namen ist. Amerikaner in der USA essen ja lieber weiche, riesige Cookies, die eigentlich im Teig mehr an Kuchen erinnern. Da Ostern ist, gestalteten wir sie in Eiform und machten sie ein wenig kleiner. Grundsätzlich kommt einfach ein Zuckerguss aus Puderzucker und Zitronensaft darüber, den Kinder dann auch kreativ mit Smarties  und anderem gestalten und belegen können. Uns fielen dazu unser Fondanteier ein und verwendeten für den Dotter Orangengelee statt eingefärbtes Fondant .

Mit Sojamehl und Johannisbrotkernmehl wollten wir wieder einmal einen Eierersatz testen. Das Ergebnis fiel überraschend gut aus. Weich und sehr angenehm in Biss und Mundgefühl.

Zutaten für 32 Stück:
250 g Mehl
100 g Butter
100 g Zucker
140 ml Milch
30 g Maisstärke
1 Pkt Vanillezucker
1 Bio Zitrone
5 g Backpulver
1 g Johannisbrotkernmehl *optional
6 g Sojamehl *optional
100 g Orangengelee
etwas Puderzucker 
  1. 180 °C 12 Minuten
  2. Backrohr auf 180 °C vorwärmen.
  3. Butter, Vanillezucker, Abrieb von der Biozitrone und Zucker schaumig rühren.
  4. Mehl, Maisstärke, Backpulver, Johannisbrotkernmehl und Sojamehl trocken vermischen. 
  5. Abwechselnd mit der Milch zur Buttermischung hinzufügen und verrühren. 
  6. Etwas durchkneten.
  7.  Mit einem Esslöffel zirka 20 g Teig nehmen und zwischen den Händen ganz locker erst zu einer Kugel und dann zu einem Oval formen. 
  8. etwas flach drücken
  9. Zirka 16 Stück auf ein mit Backpapier ausgelegtes Blech setzen und dann mit dem Esslöffel etwas flach drücken.
  10. 12 bis 15 Minuten backen.
  11. Aus dem Backrohr nehmen, kurz abkühlen lassen und dann mit dem Backpapier auf die Arbeitsfläche ziehen. 
  12. Gesiebten Puderzucker in eine kleine Schüssel geben und mit Zitronensaft zu einer dickflüssigen Paste verrühren.
  13. Mit einem glatten Messer auf der flachen Seite der Amerikaner damit  bestreichen. Da wo der "Dotter" dann hinkommt, mit einem kleinen Löffel die Glasur wegkratzen. Mit einem kleinen Kugellausstecher aus dem Orangengelee kleine Halbkugeln ausstechen und auf die glasurfreie Fläche geben.
 fertiger Teig
 1 Esslöffel voll Teig (zirka 20 g)
 fertiges Blech vor dem Backen
 fertig gebacken - hinten rechst ein Amerikaner umgedreht
 Zitronenzuckerguss mit Aussparung für den Orangengeleedotter
 kleiner Kugelausstecher
links umgekehrter Amerikaner - rechts mit Zitronenzuckerguss und Orangengelee
Tipps:
  • Wer keine Maisstärke, Sojamehl und Johannisbrotkernmehl hat, kann auch 1 Pkt Puddingpulver nehmen. 
  • Es kann auch der Handmixer mit Rühreinsatz verwendet werden.
  • Statt der Zuckerglasur gekochtes Fondant oder gekauften Zuckerguss verwenden.
  • Weiße Schokolade statt Zuckerglasur.
  • Aprikosenmarmelade, statt Orangenmarmelade.
  • Amerikaner sind normal rund und können auch mit halb weißer und halb dunkler Kuvertüre bestrichen werden.
  • Wer Orangenmarmelade statt Gelee und keinen Kugelausstecher hat, kann auch die Orangenschalen aus der Marmelade nehmen und damit dekorieren.
  • Marzipan orange einfärben und für den Dotter nehmen.
  • Unterseite der Kekse in Schokolade tauchen.
  • Sehr schöne Mürbteigkekse ebenfalls in Eiform mit einer tollen Verpackung haben wir auf dem Blog "Ein Keks für unterwegs" gesehen.  Diese Kekse haben ein Loch wo die Aprikosenmarmelade durchguckt, 
Orangenschalen aus der Orangenmarmelade auf weißer Schokolade