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Deutsche Süßigkeiten: Gelee Bananen

Wir hatten ein Päckchen Gelee Bananen bekommen.  Mit Bitterschokolade hauchdünn überzogenen Konfekte in Bananenform. Das Aroma erinnerte zwar in keiner Weise an Banane. Es roch eher fruchtig und schmeckte sehr säuerlich. Die Abbildung von echten Bananen auf der Packung sind daher irreführend.  Dennoch sie schmeckten uns und wir machten uns daran ein Copy Cat davon nachzukochen. 

Zuerst analysierten wir die Zutaten:
Zucker, Glukosesirup, Wasser, 20,3 % Zartbitterschokolade, Wasser, Säuerungsmittel: Zitronensäure, Geliermittel: Agar-Agar, natürliches Aroma

Die Schwierigkeiten lagen eindeutig bei der Dosierung von Agar-Agar, Zitronensäure und Aroma, denn bei so geringen Mengen funktioniert die Digitale Waage nicht so genau.  Agar Agar geliert auch nicht richtig, wenn zuviel Säure vorhanden ist und beim Original war viel Säure enthalten. Also probierten wir einen anderen Weg und fügten erst die Zitronensäure hinzu, als die Agar-Agar Lösung Badewasser Temperatur (zwischen 40 °C und 43 °C) erreichte. Das funktionierte. Der Nachteil dabei ist, dass wenn Agar Agar falsch dosiert ist, man es nicht noch einmal einfach kurz aufkochen und regulieren kann. Da wir nicht herausfinden konnten nach was das Gelee eigentlich schmeckte, verwendeten wir aus den Phiolen unserer Backhilfen das natürlich Zitronenöl. Das schmeckte, auch wenn der Geschmack nicht dem Original entsprach. Da wir keine Bananenformen haben, verwendeten wir unsere Backform für Vanillekipferl.

Zutaten für 28 Stück:
60 g Zucker
60 g Traubenzucker
3 g Fruchtzucker
3 g Agar Agar ( 1 1/2 gestrichener Teelöffel)
100 ml Wasser
4 g Zitronensäure  (Ein 5 g Päckchen in 5 gleiche Teile teilen und einen Teil davon wieder zurück in das Päckchen geben)
1 Tropfen natürliches Zitronenaroma
200 g Blockschokolade (=Kochschokolade = Haushaltsschokolade)
1 TL Kokosfett
  1. Einen kleinen Topf auf die Waage stellen und das Gewicht des Topfes aufschreiben.
  2. Zucker, Traubenzucker, Fruchtzucker und etwas weniger als 3 g Agar Agar trocken  im Topf vermischen.
  3. Wasser hinzufügen.
  4. Alles bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen. Dabei ständig rühren bis der Zucker sich aufgelöst hat. Hitze zurückstellen und 2 Minuten kochen lassen.
  5. Hitzeschutz auf die Waage legen und den Topf abwiegen. Er soll genau 200 g plus das notierte Gewicht haben. Hat er zuviel, dann weiter kochen lassen, hat er zu wenig, dann das fehlende Wasser ergänzen und nochmals kurz aufkochen.
  6. Topf von der Herdplatte ziehen.
  7. Zitronensäure mit 2 Teelöffel heißem Wasser verrühren und darin auflösen. Das Zitronenölaroma hinzufügen. Vorsicht! Wirklich nur ein kleiner Tropfen.
  8. Agar Agar Lösung immer wieder durchrühren und mit einem sauberen Finger die Temperatur überprüfen. Sobald die Lösung Badewasser Temperatur erreicht hat, die Zitronensäure hinzufügen und gut verrühren.
  9. In die Ausbuchtungen der Vanillekeksformen nach und nach gießen.
  10. Kalt stellen.
  11. Sobald die Masse fest ist, aus dem Kühlschrank nehmen. Mit einem Finger das eine Ende kurz anschieben. Sobald es auf dem anderen Ende heraussteht, kann es angefasst werden. Auf ein Backpapier setzen. Nach und nach alle Kipferl (=Bananen) herausnehmen. Sie sollen jetzt wieder Zimmertemperatur erlangen.
  12. Inzwischen zerhacken wir die Schokolade und  temperieren sie mit dem Kokosfett in einem Wasserbad.
  13. Sobald die Schokolade flüssig ist, werfen wir einzeln unsere "Bananen" in die Glasur, tauchen sie mit einer Gabel unter und heben sie wieder mit der Gabel heraus. Etwas abtropfen lassen und auf das Backpapier setzen.
 fertig gekochtes Gelee ohne Zitronensäure
 flüssiges Gelee ist durchsichtig
 flüssiges Gelee in die Vanillekipferlformen gegossen

durch Schieben löst sich das Gelee aus der Form
mit einem Finger an einem Ende das Gelee anschieben
sobald das Gelee am anderen Ende heraussteht
mit dem Schieben aufhören
 jetzt kann das herausstehende Gelee-Ende gefasst
und hochgehoben werden
fertige Geleestücke auf Backpapier
frisch glasiert auf Backpapier
 fertig glasierte "Bananen"
 links unsere Kopie - rechts das Original
links unsere Kopie - rechts das Original
Tipps:
  • Wer keine Vanillekipferlform hat, kann auch die Flüssigkeit in Silikonformen oder leere Kaffesahnebecher gießen. Oder in eine leere rechteckige Plastikform. Dann stürzen und in Stücke schneiden oder mit eine Ausstechform ausstechen.
  • Zur Abrundung des Aromas 1/4 der Wassermenge (25 g) durch eine Fruchtsaft wie Apfelsaft oder Pfirsichsaft ersetzen.
  • Zitronensäure mit 2 Teelöffel heißen Apfelsaft verrühren.
  • Statt Traubenzucker kann auch normaler Zucker genommen werden. (getestet!) Fruchtzucker verbessert aber die Struktur des Agar Agar und sollte daher genommen werden.
Gelee mit Silikonförmchen geformt

Info:
Es gibt auch österreichische Schokobananen, die sehr bekannt und beliebt sind. Sie sind flacher aber mehr als zweimal so lang wie die deutschen Geleebananen. Sie sind mit einer gelb gefärbten Marshmallowschaummasse und Bananenmark gefüllt. Sie enthalten neben Agar Agar auch Gelatine. Wir arbeiten an einer gelatinfreien Kopie, die wir vielleicht einmal bloggen.
 links österreichische Schokobanane - rechts deutsche Gelee Banane

Deutsche Süßigkeiten: Eiskonfekt mit Xylit (ohne Zucker)


Xylit hat einen erfrischenden, kühlen Geschmack ähnlich wie Traubenzucker. Ideal also für ein zuckerfreies Eiskonfekt. Der Schmelz verändert sich auch hier wie bei der Verwendung von Traubenzucker. Es ist nicht so cremig, da unsere Zunge die feinen Kristalle wahrnehmen kann. Da es aber laut verschiedener Studien gegen Karies wirkt, ist es einen Versuch wert. Es schmeckte eigenartiger Weise süßer als unser normales Eiskonfekt.

Zutaten für zirka 14 Stück:
50 g Kokosfett, weich (Zimmertemperatur)
20 g neutrales Sonnenblumenöl
20 g Xylitpulver
10 g Kakaopulver
Alu-Konfektkapseln (alternativ dazu Plastikform oder Plastikförmchen)

Wer kein pulverisiertes Xylit hat, sondern nur in kristalliner Form, kann sich mit der elektrischen Kaffeemühle selbst ein Pulver machen.
  1. Weiches Kokosfett und Sonnenblumenöl in eine Schüssel geben.
  2. Geduldig mit dem Kochlöffel rühren bis alles eine einheitliche Masse ergibt.
  3. Kakaopulver nach und nach einrühren.
  4. Xylitpulver einrühren.
  5. In die Alu-Kapseln füllen.
  6. Alles auf ein kleines Tablett stellen und 2 Stunden in das Gefrierfach stellen.
  7. Am besten schmecken diese Konfekte bei eine Zimmertemperatur von 18 °C bis 20 °C. Bei warmen Wetter am besten im Kühlschrank aufbewahren und vor dem Geniessen herausnehmen und etwas warten.
 Kakaopulver
 Kokosfett und Sonnenblumenöl
 Fertige Masse
in Plastikherzförmchen  gefüllt
 in rechteckige Plastikförmchen  gefüllt
aus der Herzform gedrückt
Tipps:
  • Zartbitterschokolade mit 90% Kakaoanteil statt Kakao verwenden. Der Schmelz ist besser, es enthält aber dann auch etwas Zucker und Kakaobutter.
  • Wenn das Kokosfett noch nicht weich und cremig ist, dann im Backrohr bei 30 °C langsam weich werden lassen.
  • Wichtig ist, dass alles nur lauwarm und nie über 40 °C verarbeitet wird.
  • Eine gute Kakaosorte verwenden.
  • Wer wie wir keine Alu Kapseln zu Hause hat, kann auch jede beliebige Plastikform nehmen.

Weiterführende Informationen über Xylit gibt es hier:

Deutsche Süßigkeiten: Eiskonfekt

Eiskonfekt gibt es in Deutschland schon sehr lange. Das besondere am Eiskonfekt ist der kühlende Effekt den wir im Mund verspüren, sobald wir das Konfekt auf der Zunge haben. Ausgelöst wird dies durch die niedrige Schmelztemperatur von dem Kokosfett, das bei Genuss des Konfekts im Mund Wärme zum Schmelzen entzieht. Wir haben schon oft Rezepte ausprobiert, aber trotz hohe Kokosfettzugaben haben unsere Konfekte nicht wie die gekauften Versionen geschmeckt. Jetzt endlich haben wir ein Rezept entwickelt, das uns zufrieden stellt.

Zutaten für zirka 20 bis 24 Stück:
60 g Zartbitterschokolade (50% Kakaoanteil)
50 g Kokosfett, weich (Zimmertemperatur)
10 g neutrales Sonnenblumenöl
Ein paar Tropfen Rumaroma
20 Alu-Konfektkapseln
etwas Alufolie
1 Gefäß mit Wasser in dem Kühlschrank stellen
  1. Alu-Konfektkapseln auf einem kleinen Tablett bereit stellen.
  2. Zartbitterschokolade zerkleinern. 
  3. In eine kleine Metallschüssel geben und diese in ein dazu passendes Gefäß mit handwarmem (kein heißes!) Wasser unter ständigem Rühren zum Schmelzen bringen. 
  4. Weiches Kokosfett hinzufügen und rühren bis es geschmolzen ist.
  5. Sonnenblumenöl hinzufügen.
  6. Kaltes Wasser aus dem Kühlschrank nehmen. 
  7. Metallschüssel jetzt in das kalte Wasser stellen. Geduldig mit dem Kochlöffel rühren bis alles eine einheitliche Masse ergibt.
  8. Sobald die Masse cremig und dickflüssig ist, in die Alu-Kapseln füllen.
  9. Mit Alufolie abdecken und 2 Stunden in das Gefrierfach stellen.
  10. Am besten schmecken diese Konfekte unter 20 °C. Wenn es zu warm ist, werden sie weich und der Effekt geht verloren. Bei warmen Wetter am besten im Kühlschrank aufbewahren.
Alu-Konfektkapseln
Fertig gerührte Masse in die Alu-Konfektkapseln gefüllt
Fertiges Eiskonfekt

Zur Aufbewahrung in eine Keksdose geben

Tipps:
  • Es können auch normale Pralinenkapseln aus Papier verwendet werden.
  • Leere saubere Kaffeesahnebecher statt Alu-Hütchen.
  • Wer keine Alu-Hütchen hat, kann auch die Masse in eine Plastikform gießen und dann schneiden.
  • Wer es eilig hat kann auch nach 5 bis 10 Minuten die Eiskonfekte aus dem Tiefkühlfach nehmen.
  • Die Masse kann auch in Formen gegossen werden.
  • Mit etwas Nougat statt Rumaroma oder zusätzlich aromatisieren.
  • Traubenzucker verstärkt den Kühleffekt, verändert aber den Schmelz, da unsere Zunge die Traubenzuckerkristalle registriert.