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Naschereien mit Stevia: Mandel-Lemonballs


 
Wer die Stevia-Milchpulvergrundmischung in seiner Zuckerdose hat, kann sich auch jederzeit rasch mit einem Löffel Mischung und einem Löffel Butter eine kleine Nascherei zusammenrühren. Für eine Nascherei auf Vorrat - hält mindestens 2 bis 3 Wochen - zeigen wir heute leckere Zitronenbällchen.

Zutaten für die Stevia-Milchpulvergrundmischung:
270 g Magermilchpulver
30 g Puderzucker, gesiebt (wer keinen Zucker essen darf, nimmt statt dessen Milchpulver)
1 g Stevia
  1. Zutaten in einer Schüssel gut mit einem Schneebesen zusammenrühren.
  2. Der Rest dieser Mischung kann für die Zuckerdose und das nächste Rezept verwendet werden.
  3. Wer keinen Zucker essen darf, kann auch den Puderzucker durch Milchpulver ersetzen.
  4. Diese Mischung ist eine 1:1 Mischung. 1 Löffel Mischung = 1 Löffel Zucker
  5. Wer nur 100 g Mischung machen möchte, nimmt 90 g Magermilchpulver und 10 g Puderzucker. Dann 1 g Stevia in 3 Teile teilen und nur einen Teil verwenden. 

Zutaten für 30 Stück:
110 g Stevia-Milchpulvergrundmischung
100 g Milchpulver
180 g Butter, weich bei Zimmertemperatur
40 g fein geriebene, geschälte Mandeln
3 Tropfen Zitronenöl
Eine unbehandelte Zitrone
etwas gehackte Pistazien
ein kleines Schälchen mit 1 Esslöffel Milch
  1. Butter gut durchrühren.
  2. Etwas Zitronenschale hineinreiben.
  3. Stevia-Milchpulvermischung, Milchpulver und geriebene Mandeln gut vermischen.
  4. Zur Butter geben und mit dem Kochlöffel durchrühren.
  5. Mit gut gewaschenen, trockenen Händen alles zusammenkneten. Das gibt einige Knetarbeit und geht eine Weile. Immer wieder wie einen Teig mit dem Handballen in die Schüssel drücken bis die Masse ganz schön glatt und geschmeidig ist.
  6. Diese Masse bleibt etwas rissig.
  7. Etwas von der Masse nehmen und gut durchkneten. Eine Kugel daraus formen.
  8. Einen Finger in die Milch tauchen und rissige Stellen leicht verschmieren.
  9. Etwas gehackte Pistazien oben hineindrücken.
  10. Alle Kugeln in eine Schüssel geben und kalt stellen.

 fertig geknetete Masse
 Schälchen mit Milch Masse und gerolltes Bällchen
Fertige Mandel-Lemonballs mit gehackte Pistazien verziert

Naschereien mit Stevia: Schokoballs



Stevia harmoniert sehr gut mit Milchprodukten. Warum also nicht auch einmal etwas zum Naschen herstellen. Heute haben wir indische Milksweets mit Kakao und Pfefferminzöl gemacht. 

Zutaten für die Stevia-Milchpulvergrundmischung:
270 g Magermilchpulver
30 g Puderzucker, gesiebt (wer keinen Zucker essen darf, nimmt statt dessen Milchpulver)
1 g Stevia
  1. Zutaten in einer Schüssel gut mit einem Schneebesen zusammenrühren.
  2. Der Rest dieser Mischung kann für die Zuckerdose und das nächste Rezept verwendet werden.
  3. Wer keinen Zucker essen darf, kann auch den Puderzucker durch Milchpulver ersetzen.
  4. Diese Mischung ist eine 1:1 Mischung. 1 Löffel Mischung = 1 Löffel Zucker
  5. Wer nur 100 g Mischung machen möchte, nimmt 90 g Magermilchpulver und 10 g Puderzucker. Dann 1 g Stevia in 3 Teile teilen und nur einen Teil verwenden. 
Zutaten für 30 bis 40 Schokoballs:
100 g Stevia-Milchpulvergrundmischung
150 g Magermilchpulver
180 g Butter, weich bei Zimmertemperatur
30 g Kakao
2-3 Tropfen Pfefferminzöl
30 bis 40 geröstete und geschälte Haselnüsse optional
Papierpralinenförmchen zum Hineinstecken der Konfekte optional
  1. Butter gut durchrühren.
  2. Stevia-Milchpulvermischung, Milchpulver und Kakao gut vermischen.
  3. Zur Butter geben und mit dem Kochlöffel durchrühren.
  4. Mit gut gewaschenen, trockenen Händen alles zusammenkneten. Das gibt einige Knetarbeit und geht eine Weile. Immer wieder wie einen Teig mit dem Handballen in die Schüssel drücken bis die Masse ganz schön glatt und geschmeidig ist.
  5. Papierpralinenförmchen auf ein Tablett verteilen.
  6. Aus der Masse Kugeln zu je 15 g formen und in ein Tütchen setzen.
  7. Mit einer Haselnuss dekorieren.
  8. Tablett kalt stellen bis die Kugeln hart sind.
  9. Vor dem Servieren wieder auf Zimmertemperatur bringen.
 fertig geknetete Mischung
 zu Bällchen zu je 15 g geformt
fertige, dekorierte Schokobällchen in Pralinenkapseln

Kaffee mit Stevia


Bis jetzt haben wir eine Steviamischung zum Backen und eine Steviamischung für Desserts zubereitet. Keine der beiden Mischungen eignete sich aber richtig zum Süßen von Kaffee oder Tee, da die Maisstärke nicht so gut dazu passte. Inzwischen ist uns eine Idee gekommen wie wir diese Problem lösen können. Statt der Maisstärke haben wir Milchpulver verwendet. Und siehe da, diese Kombination  zusammen mit etwas Puderzucker als Trennmittel und Geschmacksausgleich, schmeckt nicht nur annehmbar, sondern dient auch gleichzeitig als Kaffeeweißer. 

Zutaten:
90 g Milchpulver
10 g Puderzucker, gesiebt (wer keinen Zucker essen darf, nimmt statt dessen Milchpulver)
1/3 g Steviapulver (300-fache Süßkraft)
  1. 1 g Stevia abwiegen und in 3 Teile teilen. 2 Teile zurück in die Steviadose und 1 Teil für die Mischung verwenden.
  2. Alles in eine Schüssel geben und mit einem Schneebesen gut vermischen.
  3. In eine leere Zuckerdose schütten.
  4. Nach Geschmack in den Kaffee oder in den Tee geben und umrühren. Falls ungelöste Knötchen sind, dann mit dem Löffel gegen die Tassenwand drücken. Das Pulver löst sich relativ gut auf. Wer es milchiger haben möchte, kann einfach noch etwas Kaffeesahne oder Milch dazugeben. 
  5. Ein Teelöffel Mischung entspricht einen Teelöffel Zucker.
 angerührte Stevia-Milchpulvermischung
 Steviamischung in Zuckerdose und Kaffee
Kaffee mit verrührter Mischung 
Mit hinzugefügter Kaffeesahne
Tipps:

  • Wer es milchiger für unterwegs haben möchte kann auch nochmals 100 g Milchpulver dazumischen. Dann entsprechen 2 Teelöffel von der Mischung 1 Teelöffel Zucker.
  • Noch besser mischt sich alles, wenn es durch eine feines Sieb gesiebt wird.
  • Diese Mischung kann auch für Desserts verwendet werden. Dann mit ein paar getrocknete Pfefferminzblätter zusätzlich aromatisieren.
  • Magemilchpulver ist sehr Wasseranziehend und klumpt nach einer Weile. Ein bisschen Maisstärke als Trennmittel hinzufügen.

Rezept für Steviapulver mit  einer 250-fachen Süßkraft:
75 g Milchpulver
8 g Puderzucker
1/3 g Steviapulver

Rezept für Steviapulver mit einer 450-fachen Süßkraft:
135 g Milchpulver
15 g Puderzucker
1/3 g Steviapulver

Steviamischung für Desserts

Steviapulver ist schwer dosierbar. Deshalb hatten wir schon früher eine Mischung 1:1 kreiert, wo wir für 100 g Zucker im Rezept einfach 100 g von unserer Mischung nehmen können.  Für Desserts ist es aber nicht so angenehm, wenn zuviel Maisstärke durch die Steviamischung hineinkommt, da unsere Zunge die Maisstärke herausfühlen kann. Daher haben wir noch eine 1:3 Mischung zubereitet. 10 g von der Steviamischung sind 30 g Zucker. Das ist bedeutend weniger Maisstärke und doch besser dosierbar als die pure Mischung. Die Pfefferminzblättern geben einen ziemlich abgerundeten Geschmack und das Pulver schmeckt zusammen mit Milchprodukten auch in leicht erhöhter Dosierung noch sehr gut, ohne dass der Pfefferminz oder Steviageschmack in den Vordergrund drängt.

Zutaten für 100 g:
90 g Maisstärke
9 g Puderzucker (wer keinen Zucker essen darf, nimmt statt dessen Maisstärke)
1 g Steviapulver mit 300-facher Süßkraft 
5 getrocknete Pfefferminzblätter
  1. Gut getrocknete Pfefferminzblätter zusammen mit dem Puderzucker in einer elektrischen Kaffeemühle zu Pulver mahlen. Wer keine Kaffeemühle hat, kann auch einen Mörser nehmen.
  2. Maisstärke, Steviapulver und zerriebene Pfefferminzblättermischung zusammen in eine Schüssel geben.
  3. Mit einem Schneebesen gründlich vermischen.
  4. In ein gut verschließbares Glas schütten.

 Zutaten in der Schüssel
sorgfälltig und gut mit dem Schneebesen durchgemischt

Früchtedessert mit Stevia

Wer aus gesundheitlichen Gründen kalorienarm essen muss, wird dieses Rezept als lecker empfinden. Der Schaum ist dank Guarkernmehl sehr stabil und kann auch eingefroren werden. Mit Puderzucker und etwas echter Vanille wird der Milchschaum auch für Genussmenschen zu einem interessanten Nachtisch, besonders dann, wenn zufällig einmal keine Sahne im Haus ist und noch rasch etwas Schaumiges zu einem Kuchen benötigt wird.

Zutaten für 2 Desserts:
280 ml Milch
4 g Guarkernmehl (= 2 gestrichene Teelöffel)
3 Tl von unserer Steviagrundmischung für Desserts
1 Nektarine
1 Banane
  1. Milch direkt aus dem Kühlschrank in eine Schüssel geben.
  2. Guarkernmehl dazu schütten.
  3. Mit dem Handmixer auf höchster Stufe aufschlagen. Es entsteht erst ziemlich viel Schaum mit grösseren Blasen, der sich aber nicht hält. Daher weiter schlagen bis die Schaummenge sich zwar verringert, aber hält. Das geht 2 bis 4 Minuten.
  4. Steviagrundmischung hinzufügen und nochmals kurz durchmixen.
  5. In 2 Dessertschüsseln verteilen.
  6. Früchte klein schneiden und in den Schaum legen.
 fertig geschlagener Milch-Schaum
 Dessert in Nahaufnahme
Die Früchte versinken nur leicht in dem stabilen Schaum
Ein Löffel mit dem schaumigen Dessert
Tipps:
  • Wem die 3,6 % Fettgehalt der Milch auch noch zu fett ist, kann auch Magermilch verwenden.
  • Beliebige andere Früchte.
  • Statt Stevia etwas Puderzucker verwenden. Nicht zuviel da alles ansonsten sehr schleimig wird.
  • Mit Fruchtpüree vermischen und einfrieren.
  • Guarkernmehl gibt es im Reformhaus oder vielleicht auch in der Bioecke im Einkaufsmarkt. 125 g kosten zwar zwischen Eur 2.50 und Eur 3,--, aber man kommt damit sehr lange aus.

Erdbeercreme mit Stevia

Erdbeerzeit. Noch rasch eine kühle, leckere Erdbeercreme mit Stevia als Dessert.

Zutaten für 4 Desserts:
500 g Erdbeeren
160 g Frischkäse (Doppelrahmstufe)
120 g Schlagsahne
1 g Johannisbrotkernmehl
Pfefferminzblätter zum Dekorieren
Alle Zutaten direkt aus dem Kühlschrank.
  1. 4 schöne kleine Erdbeeren zur Seite legen.
  2. Erdbeeren waschen, putzen und klein schneiden
  3. Johannisbrotkernmehl mit der Steviamischung vermischen.
  4. Erdbeeren, Steviamischung und Frischkäse in einer Schüssel mit dem Stabmixer pürieren.
  5. Schlagsahne steif schlagen. 4 Esslöffel davon zur Seite Stellen.
  6. Schlagsahne unter die Erdbeermischung heben.
  7. Creme in 4 Dessertschüsseln verteilen.
  8. In die Mitte jeder Schüssel etwas Schlagsahne geben.
  9. Mit den Erdbeeren und den Pfefferminzblättern garnieren.
Tipps:
  • Wer keinen Stabmixer hat kann auch einen Standmixer nehmen.
  • Zuckerfrei: Steviamischung ohne Zucker nehmen.
  • Wer gut dosieren kann, kann auch nur Steviapulver nehmen.
  • Statt Frischkäse Schmand oder Sauerrahm verwenden. Es wird nur etwas weicher.

Traubentörtchen mit Stevia

Um mit Stevia auch einmal etwas Leckeres zu zaubern, haben wir einen anderen Weg eingeschlagen. Da wir es schade finden, dass die Süße von Stevia beim Backen fast verschwindet, fragten wir uns warum überhaupt mit Stevia backen. Also verwendeten wir das Rezept für den Teig von unseren Mamoul-Plätzchen, der zuckerfrei ist, da er auch ohne Zucker gut schmeckt. Daraus formten wir dann in Muffinsformen kleine Tortenböden, die wir dann mit einer leckeren, mit Stevia gesüßten Käsecreme füllten und mit geschnittenen Trauben belegten, die wir mit ungesüßtem Agar-Agar Gelee übergossen.

Zutaten für 22 Stück:
Für den Teig:
210 g Weizengrieß
50 g Mehl
110 g Butter
75 ml Wasser
Für die Creme:
200 g Frischkäse
50 g Schmand (Österreich: Sauerrahm)
60 g Steviapulvermischung
2 g Johannisbrotkernmehl
22 Pfefferminzblätter
Für den Belag:
40 bis 50 süße Trauben
120 ml Wasser
1 g Agar-Agar
  1. Teig: Butter bei geringer Hitze flüssig werden lassen. In eine Schüssel geben.
  2. Grieß und Mehl vermischen. Dazugeben und vermischen.
  3. Wasser dazu und ebenfalls vermischen.
  4. 15 Minuten gut durchkneten.
  5. Mit einer Frischhaltefolie in einer kleinen Schüssel abdecken. Einen Deckel darauf geben. 3 Stunden ruhen lassen.
  6. Backrohr auf 220 °C vorheizen.
  7. Muffinsformen ausfetten und mit Mehl einpudern. Dazu einfach viel Mehl in die Formen schütten. Mit der Form kreisende Bewegungen ausführen und das Mehl dann auf einem Backblech ausschütten.
  8. Aus dem Teig 22 Kugeln formen. In jede Muffinsform eine Kugel legen und diese mit den Fingern flach drücken. Dann am Rand ein wenig hochdrücken, sodass ein Minitortenboden entsteht.
  9. 13 bis 15 Minuten backen.
  10. Auskühlen lassen.
  11. Fülle: Pfefferminzblätter fein hacken.
  12. Frischkäse, Schmand, Steviapulver, Johannisbrotkernmehl und gehackte Pfefferminzblätter in einer Schüssel glatt rühren.
  13. Fertigstellung: Ausgekühlte Törtchen mit der Creme bestreichen.
  14. Trauben in Scheiben schneiden und in die Creme setzen.
  15. Agar-Agar mit Wasser in einem kleinen Topf verrühren.
  16. Bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen und 2 Minuten kochen lassen.
  17. Etwas abkühlen lassen.
  18. Mit einem kleinen Teelöffel die Flüssigkeit über die Trauben verteilen.
eingefettete und eingestaubte Muffinformen
 fertiger Teig
Teigkugel in einer Muffineinbuchtung verteilt
 fertige Törtchenböden
 Törtchenboden in Nahaufnahme
fertig belegtes Törtchen

Tipps:
  • Wer die Törtchen ganz zuckerfrei haben möchte, kann Steviapulver statt der Grundmischung nehmen.
  • Es kann auch Puderzucker statt der Steviamischung genommen werden.
  • Wer keine Trauben hat kann auch anderes Obst nehmen.
  • Wer möchte kann auch unsere Zuckerversion der Törtchen machen. Hier haben wir die Böden mit weißer Schokolade bestrichen. In die Mitte setzten wir mit einem Teelöffel etwas Wildpreiselbeerenmarmelade. Über die ganzen Törtchen ließen wir dann etwas Schokolade fließen.

Pfefferminze-Creme-Törtchen mit Pfefferminzblatt
 Törtchen mit weißer Schokolade
und Wildpreiselbeermarmelade
mit Vollmilchschokolade dekoriert

Unsere Erfahrungen mit Stevia

 getrocknete Steviablätter

Im Dezember letzten Jahres wurde Stevia in Europa zugelassen. Natürlich begannen auch wir sofort damit zu experimentieren.

Wir hatten ein Päckchen mit biologischen Steviatee im Haus, also versuchten wir es vorerst damit. Ein kleines Teeblatt auf der Zunge schmeckte angenehm süß und erinnerte etwas an Lakritze. Die Frage stellte sich nun, wie wir diese Süße aus den getrockneten Teeblättern extrahieren können. Wir überbrühten sie vorerst mit kochendem Wasser und ließen sie 10 Minuten ziehen. Wir verkürzten diese Zeit, indem wir die nächsten 10 g mit 250 ml kochendem Wasser übergossen und 2 Minuten köcheln ließen. Die Brühe hatte einen sehr extremen Geschmack. Sehr süß, aber gleichzeitig auch einen sehr intensiven Eigengeschmack. Diese Flüssigkeit hinterließ nach dem Kosten irgendwie ein taubes Gefühl auf der Zunge und unsere Geschmacksnerven brauchten eine Weile, bis sie sich davon erholten.

Der nächste Schritt war die Süße der Brühe in einen Kuchen zu bringen. Es hieß ja, dass Stevia hitzebeständig ist. Wir änderten dazu unser Whoopie Pie Rezept etwas ab. Da Zucker nicht nur Süße sondern auch Volumen hat, verwendeten wir als Füllstoff eine Mischung aus Tapiokamehl und Maisstärke. Tapiokamehl wählten wir, da es für den Zusammenhalt wie der fehlenden Zuckers sorgt. Wir fügten ein Lebkuchengewürz und Kakao hinzu, dass den zu intensiven Eigengeschmack von Stevia entgegen wirken sollte. Der Teig schmeckte süß und nicht schlecht. Nach dem Backen kam aber die große Enttäuschung, die Süße war so gut wie verschwunden. Ernährungsbewusste Bioleute fanden die Küchlein aber trotzdem lecker, wir akzeptabel. Ein Grund warum wir dieses Rezept schließlich doch gebloggt haben.

Nach all den Lobeshymnen über Stevia, dachten wir, dass das industrielle Steviapulver frei von dem intensiven Nachgeschmack ist. Leider nein. Sowohl das flüssige Stevia als auch Stevia in Pulverform erzeugen einen lange nachhaltigen Eigengeschmack, den selbst Lakritzliebhaber nicht als angenehm empfinden. Eine direkte Verkostung des Steviapulvers löste, das gleiche taube Gefühl auf der Zunge wie der Tee aus.

Um besser dosieren zu können, stellten wir mit dem Steviapulver unsere Grundmischung her. Damit hatten wir schon mehr Erfolg. Wir entdeckten, dass Stevia mit Milchprodukten sehr gut harmoniert.

Schlagsahne: Hier diente unsere Grundmischung gleichzeitig als Sahnesteif. Der Lakrizgeschmack blieb sehr im Hintergrund und war für Lakritzliebhaber angenehm.

Pudding: Bei einem Packet Vanillepudding für 500 ml Flüssigkeit, ersetzten wir zwei gestrichene Esslöffel Puddingpulver mit unserer Grundmischung. Die Süße ging durch das Kochen etwas verloren. Da heißer Pudding mehr Zucker benötigt, damit die Süße wahrgenommen wird, ließen wir ihn auskühlen. Der Lakritzgeschmack war fast nicht spürbar. Die Süße war sehr dezent, aber es hat geschmeckt.

Quarkcremen ließen sich auch gut damit süßen, solange wir dezent süßten.

Wir versuchten auch unsere Sahneblümchen Kekse mit der Grundmischung. Beim ersten Versuch verzichteten wir auf den Flüssigkeitsausgleich und verwendeten dafür mehr Butter. Dieser Versuch führte nicht zu dem erwünschten Ergebnis. Zucker ist für den Zusammenhalt von Keksen mitverantwortlich. Der Butterzusatz wirkte dem Zusammenhalt noch zusätzlich entgegen. Wir errechneten, dass ein Drittel der Zuckermenge, beim Backen mit Stevia, durch eine Flüssigkeit zugesetzt werden muss. Wir probierten es mit Milchprodukten, da diese Klebeeigenschaften aufweisen, die zusätzlich für den Zusammenhalt der Kekse sorgen. Der Teig wurde zu weich und wir fügten noch etwas Mehl hinzu. Das funktionierte. Die Süße war zwar durch das Backen so gut wie verschwunden, aber die Kekse hielten zusammen. Kein Vergleich mit den leckeren Sahneblümchen Keksen aus dem Buch, aber akzeptabel.

Kräuter:  Wir testeten eine Reihe frische Kräuter und untersuchten, ob es ein Kraut gibt, das den Steviageschmack verschwinden oder in den Hintergrund drängen würde. Es gab einen Gewinner und das war unsere frische Pfefferminze. Rosmarin, Zitronenmelisse, Basilikum, Thymian harmonierten sehr gut. Salbei hat zwar einen bitteren Nachgeschmack, aber ergänzte sich auch sehr gut. Unsere Steviamischung zusammen mit Joghurt, Sauerrahm oder Frischkäse, gewürzt mit einem der genannten Kräuter schmeckte sogar sehr gut.

Fazit:
Wer aus gesundheitlichen Gründen keinen Zucker essen darf, wird ab und zu mit einer geringen Menge Steviapulver ein wenig Süße in seinen Speiseplan bringen. Wobei bei Stevia gilt: "weniger ist mehr".

Wer aus diätischen Gründen seinen Zuckerkonsum verringern möchte, dem schlagen wir vor, bei den Getränken ganz auf Zucker zu verzichten, denn es ist sicher einfacher sich an zuckerfreie Getränke zu gewöhnen, als an den Nachgeschmack von Stevia. Wer Softdrinks trinkt und seinen Kaffee oder Tee süßt, sollte sich einmal die Zeit nehmen und die Zuckermenge,  die er da täglich durch diese Getränke zu sich nimmt, zusammenrechnen. Auf dieser Seite http://das-ist-drin.de/ kann man nachsehen wieviel Zucker in den Getränken ist. Bei Erfrischungsgetränken liegt der Zuckergehalt zwischen 8,7 bis 10, 5g  pro 100 ml, was ungefähr einem Esslöffel Zucker entspricht. Nach einem halben Liter Orangen-Nektar haben wir dann schon fast 50 g Zucker konsumiert, was ungefähr einer Tafel Schokolade entspricht. Sehr anschaulich wird das Ganze, wenn wir die berechnete Zuckermenge abwiegen und in eine Tasse geben. Wer auf solche Getränke verzichtet, kann sich daher eine ganze Menge Süßigkeiten erlauben. Zur Umstellung könnte man auch mit der orientalischen Methode beginnen. Da wird der Tee oder Kaffee zwar ohne Zucker getrunken, aber man genießt eine Süßigkeit dazu.

Wer wie wir Stevia mehr in der Form einer geschmacklichen Bereicherung in seinen Speiseplan aufnehmen möchte, der hat die gute Möglichkeit Stevia mit Zucker oder natürlichen Süßungsmitteln wie Honig, Goldsirup, Agavensirup und anderes zu kombinieren. Dadurch brauchen wir einerseits weniger Zucker oder Süßungsmittel und andererseits reduziert sich der Beigeschmack von Stevia mehr zu einem Aroma. In dieser Richtung experimentieren wir noch und sollte dabei einmal etwas himmlisches herauskommen, dann werden wir es auch bloggen.

Eines müssen wir uns immer vor Augen halten, Stevia ist ein Süßstoff und kein Zucker. Es kann daher nie wie Zucker eingesetzt werden. Eine der tollsten Eigenschaften von Zucker ist die Manipulierbarkeit. Wenn wir Zucker erhitzen, dann ändert sich mit jedem Grad seine Eigenschaft von klebrig bis hart. Und in jedem dieser Stadien können wir Zucker durch schlagen, rühren, ziehen oder kleine Zusätze, manipulieren, wodurch immer neue Süßigkeiten entstehen,  die plötzlich eine völlig neue Erscheinungsform mit einem anderen Mundgefühl haben. Bei Zucker geht es nicht nur um Süßigkeiten, die wir essen können, sondern auch um Süßigkeiten, die wir gestalten können. Zucker löst auch ein Stättigungsgefühl aus, gibt Energie und hebt die Stimmung. Nicht zu vergessen die konservierende Wirkung. Durch Zucker erhöht sich die Haltbarkeit von Marmelade, Kompotten und Süßigkeiten. Durch Kandieren haltet so manches bei richtiger Lagerung sogar fast unbegrenzt.

Sahneblümchenkekse mit Stevia

Im Buch haben wir ein Rezept für Sahneblümchenkekse. Hier haben wir das Rezept mit unserer Steviagrundmischung vom letztem Blogeintrag versucht. Nur etwas für Stevia Fans, die den Nachgeschmack nicht als störend empfinden.

Zutaten für 30 Kekse:
2 Pkt. Puddingpulver mit Sahnegeschmack =74 g
70 g weiche Butter
30 g Steviagrundmischung
35 g Mehl
10 g Schmand (Sauerrahm in Österreich)
etwas gehackte Mandeln
  1. Backrohr auf 180 °C vorheizen.
  2. Butter schaumig rühren.
  3. Puddingpulver, Steviagrundmischung und Mehl mischen.
  4. Mit der Butter vermischen.
  5. Schmand dazu rühren.
  6. Alles gut verkneten.
  7. 30 Kugeln formen und auf ein Stück Backpapier setzen.
  8. Mit dem Daumen jede Kugel vertikal leicht flach drücken.
  9. In jede Delle etwas gehackte Mandeln legen.
  10. Mit den Daumen horizontal darauf drücken.
  11. 13 Minuten backen.
  12. Aus dem Rohr nehmen und abkühlen lassen.
 Teig mit Fingereindruck in der Mitte
 fertig belegtes Blech vor dem Backen
 fertig gebackene, abgekühlte Kekse

Grundmischung aus Steviapulver zum Backen und anderes

Wer Stevia in hochdosierter Pulverform hat, hat das Problem der richtigen Dosierbarkeit. Auch wäre es doch praktisch, wenn wir Stevia in einer Form haben, die wir gewichtmässig dem Zucker gleichsetzen können. So manche Firma hat sich dieser Idee schon gewidmet und verkauft fertige Steviamischungen. Wir hatten uns schon vor längerer Zeit Gedanken gemacht, was wohl mit dem lakritzähnlichen Beigeschmack von Stevia am besten harmonieren könnte. Unser Ergebnis war Zucker. Die Industrie scheint zu den selben Schluss gekommen zu sein. In ihren Mischungen, befindet sich zur Herabsetzung des Nachgeschmacks Traubenzucker und Aromastoffe, neben Zellulosepulver als Füllstoff. Heute zeigen wir ein Grundrezept für so eine Mischung. Diese Mischung kann dann wie Zucker abgewogen und verwendet werden.

Unsere Berechnung der Grundmischung basiert auf der Süßkraft des Steviapulvers. Die Süßkraft des Steviapulvers ist in dem verkauften Dosen sehr unterschiedlich. Sie kann 200, 250, 300, oder die 480-fache Süßkraft des Zuckers haben. Da Traubenzucker die Berechnung schwieriger macht, zeigen wir erst eine Mischung mit Zusatz von Puderzucker, die jeder sich rasch selbst aus der Süßkraft seines Steviapulvers berechnen kann. 

Grundmischung  für 400 g Zucker:
1 g Steviapulver mit 300-facher Süßkraft.
100 g Puderzucker (wer keinen Zucker essen darf, nimmt statt dessen Maisstärke)
300 g Maisstärke
1 Pkt. getrocknetes natürliches Orangenschalenaroma
  1. Maisstärke und den Puderzucker in eine große Schüssel sieben.
  2. Steviapulver und Orangenschalenaromen dazu schütten.
  3. Mit einem Schneebesen gründlich vermischen.
  4. In eine gut verschließbare Dose oder Glas schütten.
  5. Diese Mischung kann nun für alles statt Zucker im Verhältnis 1:1 genommen werden.
Für Backrezepte brauchen wir noch eine Flüssigkeitsausgleich, denn besonders bei Keksen fehlt dann der Zusammenhalt, der sonst durch den Zucker erzeugt wird.
1/3 der Zuckermenge im Rezept ist die Menge an Joghurt, Milch, Sojamilch, Schmand oder Cremefraiche, die wir hinzufügen. Ist die Zuckermenge zum Beispiel 60 g, dann fügen wir noch 20 g Schmand hinzu.


Der Aufbau unserer einfachen Formel:
Unser Füllstoff ist Maisstärke und die Menge entspricht der Süßkraft. Wir haben ein Steviapulver mit 300-facher Süßkraft. Daher ist der Füllstoff 300 g Maisstärke. Hat das Steviapulver 480-fache Süßkraft, dann ist der Füllstoff 480 g.

Dazu fügten wir 1/4 der Süßkraft als Puderzucker hinzu.
Hier die Formel:
Stevia Süßkraft geteilt durch 3 = Puderzuckeranteil
300:3 = 100 g Puderzucker
480:3 = 160 g Puderzucker

Tipps:
  • Wem der Nachgeschmack nicht stört, kann auch den Puderzucker weg lassen und nur Maisstärke verwenden.
  • Wer wie wir Traubenzucker lieber nehmen möchte, kann sich unsere Formel im Anschluss ansehen.
  • Im nächsten Blogeintrag werden wir auch ein Rezeptbeispiel für Kekse zeigen.
Grundmischung mit Traubenzucker:
Unsere Berechnung der Grundmischung basiert hier auf der Süßkraft des Steviapulvers und des Traubenzuckers.  Traubenzucker hat 70% Süßkraft des Zuckers, daher benötigen wir weniger Füllstoff.

Wir haben ein Steviapulver mit 300-facher Süßkraft des Zuckers, das wir hier als Beispiel nehmen.

Grundmischung  für 370 g Zucker:
100 g Traubenzucker
1 g Stevia
269 g Maisstärke
1 Pkt. getrocknetes natürliches Orangenschalenaroma

Wer Steviapulver mit anderer Süßkraft hat, kann sich die Mischung nach unserer Formel zusammenmischen:
Unsere Grundmischung besteht immer aus 1 g Steviapulver, Traubenzucker, Maisstärke und natürliches Orangenschalenaroma.

Hier die Formel:
1. Traubenzuckeranteil (=1/4 der Süßkraft)
Stevia Süßkraft geteilt durch 3 = Traubenzuckeranteil
300:3 = 100 g Traubenzucker

2. Füllstoff
Stevia Süßkraft + (Traubenzuckeranteil geteilt durch 100 mal 70) minus Traubenzuckeranteil = Füllstoffanteil
300 + (100:100x70)-100 = 270

3. Zuckeranteil
Füllstoffanteil - 1 + Traubenzuckeranteil = Zucker
270-1+100 = 370

Inzwischen haben wir noch 2 andere Mischungen kreiert:
Eine Mischung mit Milchpulver für Kaffee, die auch für Desserts gut geeignet ist. 
Eine Mischung für Desserts.


Informationen über Stevia gibt es hier:
Stevia ungleich Stevia