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Freitags-Füller #182



der den Freitag so besonders macht
(die fettgedruckten Stellen sind meine Füller) 

1. Ist denn der September wirklich schon fast wieder rum?
2. Ich habe ein Rezept für Hähnchen Tikka Masala gefunden, und schreibe es noch für meinen TM 31 um.
3. Am 6. November 2012 ist noch kein Termin vermerkt....jetzt hast Du es tatsächlich geschafft, daß ich zum Kalender laufe um nachzusehen. :)
4. Ich habe es nicht so mit Herbstdekoration.
5. Socken an den Füßen und am besten noch selbst gestrickte, sind eine Wohltat für meine Füße.
6. "Wenn nicht jetzt, WAN TAN" könnte der Titel meines Lebens lauten.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf das Wochenende, morgen habe ich Heimkinoabend mit unseren Freunden geplant und Sonntag möchte ich ein paar feine Sächle für ein kleines Brunchbuffet zaubern!


In letzter Sekunde

Ziemlich unaufmerksam. Aber eben einfach viel zu viel um die Ohren. Nur so konnte es passieren, dass ich meine tollen Isabella-Erdbeertrauben zu wenig beachtet habe. Zumindest viel weniger, als das die Amseln getan haben.
Naja, die Trauben sind reif und die Amseln haben sich schon kräftig bedient. Die sind wahrscheinlich vom feinen Erdbeergeschmack genauso begeistert wie wir. Traubengelee ist heuer also nicht, dafür sind es jetzt schon zu wenige. Aber Pizzabrot mit Trauben, Käse, Walnüssen und Schinken, das geht sich noch aus!

Die Hauptarbeit bei diesem Essen ist das Entkernen der Weintrauben. Es kann natürlich jeder kernlose Weintrauben nehmen. Meine haben aber nun mal Kerne, viele große Kerne. Dafür ist ihr Geschmack unübertroffen, während kernlose oft mal nur süß sind und fast keinen Eigengeschmack haben. Also: Entweder gemütlich irgendwohin setzen und diese Arbeit als kontemplativ begreifen, oder nebenbei fernsehen (dabei übersieht man allerdings ab und zu einen Kern).

Pizzabrot mit Weintrauben, Käse, Rosmarin und Nüssen

500 g Weizenmehl, Typ 00
300 ml warmes Wasser
10 g Germ
2 EL Olivenöl
Salz

500 g blaue Weintrauben, halbiert, entkernt
50 g Walnüsse, grob gehackt
200 g Dolcelatte, in dünne Scheiben geschnitten
2 Zweige Rosmarin, abgezupft und gehackt
100 g Rohschinken, zerzupft
Olivenöl
Salz, Pfeffer


Germ im warmen Wasser auflösen. Mehl, Wasser, Olivenöl und Salz in der Küchenmaschine zu einem geschmeidigen Teig verkneten. In einer geölten Schüssel eineinhalb Stunden rasten lassen, zur Halbzeit einmal kurz durchkneten. Rechtzeitig das Backrohr mit Backstein auf 250 Grad vorheizen. Den Teig dritteln. Ein Drittel hebe ich im Kühlschrank als Ansatz für den nächsten Teig auf. Daraus wird dann Pizza oder Fladenbrot.

Die anderen beiden Stücke rolle ich zu länglichen Fladen aus. Die Fladen rasten zugedeckt noch eine halbe Stunde. Mit der Backschaufel hebe ich sie auf den Backstein im vorgeheizten Ofen und backe sie für ungefähr sieben Minuten. Dann erst belege ich die Fladen zuerst mit Dolcelatte, darüber kommen dicht an dicht die Weintrauben, die Nüsse, Rosmarin, Salz und Pfeffer. Bei 230 Grad backe ich die Fladen noch zehn Minuten. Vor dem Servieren belege ich sie mit zerzupftem Rohschinken und beträufle sie mit etwas Olivenöl.

Das ist ein Geschmack: saftig und fruchtig, salzig, nussig - dazwischen ein Hauch von Rosmarin, ganz toll, ein richtiges Herbstgericht! Fast bin ich froh, dass die Amseln den Traubenbestand so dezimiert haben - sonst hätte ich wieder alle zu Gelee verarbeitet. Der Mitkoch serviert dazu einen Schioppettino von Venchiarezza aus Cividale.

Wir reisen in den Süden. Wenn es dort Internet gibt, kommen nächste Woche ein paar Bilder ...

Birnen-Pops

Um für Kinder den Verzehr getrockneter Fruchtmassen interessanter zu machen, besonders der von uns geklaubten Mostbirnen, setzten wir das fertige, zugeschnittene und eingerollte Birnen-Pestil auf Popstiele.

Zutaten:

1,5 kg geklaubte (=reife) Mostbirnen (sie sind innen schon braun)
Saft von 1 Zitrone
3 EL Zucker
1 gestrichener TL Apfelpektin
1 Pkt. Vanillezucker
1 Backblech mit 1 Bogen Backpapier

1. Birnen gut waschen.

 2. Stängel und Blütenstand entfernen. In einem geräumigen Topf mit schwerem Boden geben. Die Hälfte des Zitronensaftes hinzufügen. Verrühren und weich kochen.
 3. Mit der flotten Lotte kleinster Einsatz passieren. Durch ein Mulltuch streichen, damit die kleinen harten Körnchen auch noch verschwinden.
Flotte Lotte Bild oben - entfernte Rückstände Bild unten
 4. In einer geräumigen Pfanne (3 l) das Mus zuerst bei hoher, dann bei mittlerer Hitze kochen.
 Bild oben: Birnenmus frisch in der Pfanne
Bild unten: Blubbernde, heftig spritzende Masse.
 5. Das Birnenmus solange kochen bis beim Durchziehen des Kochlöffels die entstandene Spur sich nicht wieder schließt. Zucker und Vanillezucker mit dem Apfelpektin vermischen und hinzufügen. Eine Minute weiter rühren. Restlichen Zitronensaft hinzufügen und kurz verrühren.
6. Birnenmasse mit einem Teigspachtel dünn auf das Backpapier ausstreichen. (Wir haben im Foto ein wiederverwertbares Backpapier verwendet.) In das Backrohr schieben und bei Umluft 70 °C 6 Stunden trocknen lassen. Das Backrohr dazu mit einem Schneerutenstiel einen Spalt geöffnet halten.
 7. 6 Stunden trocknen lassen. Dann die Masse von dem Backpapier in einem Stück abziehen.
 8. Fertiges Birnen-Pestil. Die Masse soll noch leicht kleben.
Bild unten: Eingerolltes Birnenpestil 
 9. Birnenpestil der Länge nach in dünne Streifen schneiden. Streifen zweimal durchschneiden. Jedes Stück zusammenrollen und auf einem Popstiel stecken. Popstiele in eine Schüssel mit Bohnen stecken.
Tipps:
  • Bei Verwendung von normalen Essbirnen: waschen, schälen, entkernen, weichkochen und mit dem Stabmixer oder Standmixer pürieren. Dann gleich in die Pfanne zum Kochen und Eindicken.
  • Die Popstile können auch in Styropor oder eine Schüssel voll Reis gesteckt werden.

Birnen-Pestil mit Dörrapparat

Most-Birnen fielen vom Baum und keine Presse weit und breit. Also warum nicht wieder ein türkisches Pestil daraus machen. Was Pestil ist, haben wir bei unserem Bananen-Pestil schon ausführlich erklärt. Kurz gesagt, handelt es sich dabei um ein eingekochtes und getrocknetes Fruchtpüree, das bei uns auch als Fruchtleder bekannt ist. Heute wollten wir einmal ausprobieren wie das Fruchtpüree in unserem runden Dörrapparat trocknet. Es funktionierte sehr gut. Es trocknete rascher als im Backrohr und das Ergebnis waren ungefähr 5 mm dicke Fruchtriegel, in die wir so richtig hineinbeißen konnten.

1. Beliebig viele Most-Birnen - es können auch normale sein - waschen. Stengel und Blütenansatz wegschneiden. In einem Topf kochen bis sie weich sind. Mit der Flotten-Lotte passieren und durch ein feines Sieb streichen.

2. Masse in eine beschichtete Pfanne geben und unter Rühren kochen. Vorsicht Spritzgefahr! Die Arme sollten bedeckt sein und eventuell noch Gummihandschuhe dazu anziehen. Ist die Hitze sehr hochgedreht, dann blubbert es ganz schön stark und es gibt eine  Sauerei am Herd. Das lässt sich aber gut wegwaschen.
 3. Die Kochzeit sollte 30 bi 60 Minuten betragen. Je länger gekocht wird desto kürzer die Trockenzeit. Wir hatten 60 Minuten gekocht. Länger ist nicht ratsam, da die Masse sich sonst schwer verstreichen lässt.
 4.  Einen Bogen Backpapier einmal in die Hälfte falten. Noch einmal in die Hälfte falten. Mit der inneren Spitze so über das Trockenfach legen, dass sie zur Mitte im leeren runden Freiraum hinzeigt. Mit einer Schere einen viertel Kreis so schneiden, dass der Kreis etwas kleiner ist als die Öffnung. Das Backpapier wieder entfalten. Jetzt haben wir in der Mitte ein Loch. Noch ein paar Einschnitte rundherum machen, damit es gut passt.
 5. Das Backpapier in das Trockenfach einlegen. Überschüssiges Papier am äusseren Rand abschneiden.
 6. So sieht die Masse nach 60 Minuten Kochzeit aus. Sie hängt fest am Kochspachtel.
 7. Masse grob rundherum auf dem Backpapier verteilen.
 8. Mit dem Teigspachtel so gleichmäßig als möglich verteilen und glatt streichen. 
 9. Dörrapparat einschalten. Wir hatten auf höchste Hitzestufe und stärksten Wind eingestellt. Nach 4 Stunden sah es dann wie auf dem Foto aus. Die Masse war noch etwas klebrig und so trockneten wir mit kleinerer Hitzestufe noch 1 Stunde nach. Die Fruchtmasse vom Backpapier abziehen.
 10.  Das entstandene Rad kann auch auf einem Kochlöffelstiel, der auf zwei Büchsen ruht, nachgetrocknet werden.
 11. Mit einer Haushaltsschere im Kreis entlang das Fruchtrad in Stücke schneiden.
 Tipps:
  • Die gleiche Masse kann auch ohne Dörrapparat auf ein Backpapier gestrichen werden und im Backrohr bei 70 ° C 6 Stunden getrocknet werden.
  • Statt der Flotten Lotte können die Birnen auch mit einem Stabmixer püriert und dann durch ein feines Sieb gestrichen werden.
  • Die Masse auf den Fotos wurde von uns nur mit der Flotten Lotte kleinster Einsatz püriert. Das schmeckte auch ganz gut. Nur die Mostbirnen haben harte Stellen im Fruchtfleisch, die sich wie kleine, harte Kerne anfühlen, was für Prothesenträger nicht sehr angenehm ist. Daher ist es besser nachher die Masse noch einmal durch ein Tuch oder einen feinen Sieb zu Streichen

Feine Kürbissuppe

In den letzten Jahren haben die "Riesenbeeren" bei uns so richtig an Popularität gewonnen und erfreuen wegen ihrer vielseitigen Verwendbarkeit nicht nur unser Auge in Garten und Küche.


2 Schalotten
1 Knoblauchzehe
1 kleines Stück Ingwer
3 Sekunden/Stufe 5 zerkleinern.

20 g Öl
dazu geben und 3 Minuten/Varoma/Stufe 1 andünsten.

1 Karotte in Stücken
300 g Kürbis in Stücken
2 große Kartoffeln in Stücken
1 1/2 TL Salz
1 TL Curry (ich verwende Kashmir-Curry)
Pfeffer
Muskatabrieb
500 g Wasser
Alle Zutaten in den Mixtopf geben und 15 Sekunden/Stufe 5 zerkleinern.
Anschließend 15 Minuten/100 Grad/Stufe 2 kochen.
Falls es zu stark kocht, auf 90 Grad herunter schalten.

1/2 Becher Sahne (oder Kochsahne)
zur Suppe geben und 15 Sekunden/Stufe 8 pürieren.

Schmand oder halbsteif geschlagene Sahne
Kürbiskernöl
Kürbiskerne ohne Fett angeröstet

Die Suppe mit einem Klecks Schmand/Sahne, einigen Kürbiskernen und mit Kürbiskernöl beträufelt anrichten.


Pizzahörnchen

Pizzahörnchen find ich irgendwie voll toll. Sie sind lecker und praktisch zum Mitnehmen. Manchmal mischel ich mein Pizzagewürz mit in den Teig, manchmal gibt es ihn einfach bianco. So oder so schmeckt's uns!


90 g Gouda
in den Mixtopf wiegen und 4 Sekunden/Stufe 7 zerkleinern und umfüllen.

60 g scharfe Paprikasalami
60 g gekochten Schinken
in den Mixtopf geben und 2-3 Sekunden/Stufe 4 zerkleinern und umfüllen.

200 g Wasser
10 g Olivenöl
1/2 Würfel Hefe
in den Mixtopf geben und 2 Minuten/37Grad/Stufe 2 erwärmen.

1 EL Pizzagewürz
1/2 TL Salz (ohne Pizzagewürz 1 TL)
1 Prise Zucker
350 g Mehl
dazu geben und 2 1/2 Minuten/Teigstufe verkneten.

Den Teig dünn auf einer gut gemehlten Arbeitsfläche ausrollen.

4 EL gestückelte Tomaten
2 EL Tomatenmark
miteinander vermischt auf den Teig streichen und den Teig mit einem scharfen Messer in 8 Kuchenstücke teilen.

Schinken, Salami und Käse darauf verteilen und die geteilten Stücke von außen nach innen aufrollen.
Darauf achten daß das spitze Ende nicht oben auf dem Hörnchen liegt, da es sonst aufspringt.

1 Eigelb
1 EL Kondensmilch
miteinander verkleppern und die Hörnchen damit bestreichen.

Wer mag, kann die Hörnchen noch mit geriebenem Käse bestreuen. Manchmal mag ich.
Noch ca. 15 Minuten an einem warmen Ort gehen lassen und die im Backofen auf 200 Grad Ober-/Unterhitze oder Pizzastufe backen.

Wenn ich Gäste habe, fertige ich die Hörnchen am Vormittag, lasse sie im Kühlschrank gehen und backe sie gemütlich wenn sie gebraucht werden.




Nockerl einst und jetzt



Früher waren mir Nockerl zuwider. Wenn meine Mutter Eiernockerl und grünen Salat auf den Tisch stellte, freute sich mein Bruder, ich war immer knapp vor der Essensverweigerung. Ich aß dann davon, allerdings "wia a Vogerl" und mit Todesverachtung - sie schmeckten mir einfach nicht.

Eiernockerl mag ich noch immer nicht, und da ich jetzt selbst bestimme, was gekocht wird, gibt's auch keine mehr! Nockerl mit würzigem Käse, in diesem Fall Vorarlberger Bergkäse, die mag ich schon (gab's aber damals nie). Da brauche ich kein Fleisch, nur einen Salat und ein Glas kräftigen Weißwein. Natürlich gehört das nicht unbedingt in die Kategorie "leichte Küche", aber wer will denn schon jeden Tag nur Salatblätter knabbern ... Man braucht ja schließlich Reserven für den nahenden Winter!

Nockerlgratin
Für 3 Personen (oder 2 sehr hungrige)

300 g Weizenmehl glatt, Typ 480
2 Eier
Milch nach Bedarf
Salz
Pfeffer
eine Prise geriebene Muskatnuss

100 g Butter
50 g Mehl
600 ml Milch
Salz, Pfeffer
eine Prise geriebene Muskatnuss
150 g Vorarlberger Bergkäse oder ein anderer, sehr würziger Hartkäse
30 g fein geriebener Parmesan
Butter
Pfeffer

Gut, dass es noch kein Geruchsinternet gibt - er schmeckt super, riecht aber sehr intensiv ...

Eier, Mehl, Milch, Salz, Pfeffer und Muskat zu einem glatten Teig schlagen. Salzwasser aufkochen, Teig mit dem Spätzlehobel ins Wasser drücken. Einige Minuten leise kochen lassen. Die Nockerl sind fertig, wenn sie an die Oberfläche steigen. Abseihen.

Backrohr auf 210 Grad vorheizen. Bergkäse in grobe Späne hobeln. Butter in einer Kasserolle zerlaufen lassen. Das Mehl hineinsieben, verrühren, danach unter ständigem Rühren einen halben Liter Milch zugeben. Mit Salz, Pfeffer, Muskatnuss würzen. Die Bechamel-Masse kurz aufkochen lassen, bis sie dicker wird. Etwa drei Viertel des Bergkäses und die restliche Milch unterrühren, bis der Käse geschmolzen ist.

Eine Gratinform mit Butter ausfetten und den Boden mit Nockerl auslegen. Darauf abwechselnd Schichten von Bechamelsauce und Nockerl geben, wobei die oberste Schicht aus Sauce bestehen soll. Alles mit dem restlichen Bergkäse und dem Parmesan bestreuen. Im vorgeheizten Ofen ungefähr 25 bis 30 Minuten goldbraun überbacken. Mit grünem Salat und kräftigem Weißwein servieren.