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Freitags-Füller #174



der den Freitag so besonders macht
(die fettgedruckten Stellen sind meine Füller)


1. Mir gefällt es überhaupt nicht daß ich schon wieder erkältet bin.
2. Hier ist es heute so heiß, da fühlt man sich wie direkt vom Grill.
3. Die Auswahl zu haben macht es einem manchmal auch nicht leicht.
4. Für den Rest vom Jahr gibt es hoffentlich keinen Besuch mehr beim Zahnarzt.
5. Die Sommerferien erschienen mir unendlich lang als ich noch ein Schulkind war.
6. Der Gedanke an mein Jugendweihe-Outfit läßt mir die Haare zu Berge stehen.
7. Was das Wochenende angeht, heute Abend freue ich mich auf einen lauen Abend auf der Terrasse, morgen habe ich am Nachmittag Beerenpflücken und abends mit meiner Freundin Ü30 geplant und Sonntag möchte ich mit meiner Tochter und meiner Nichte backen!


Calamari fritti


Vergessen war das kalte Wetter der letzten Tage. Die Sonne schien, es war heiß. Nach der Arbeit plantschte ich ein bisschen im Wasser und fühlte mich gleich wie im Urlaub. Am Abend möchte ich dann auch ein Essen, das dieses Urlaubsfeeling noch etwas verlängert.

Seit ich denken kann, mag ich Calamari fritti, sie gehören für mich einfach zu einem Urlaub am Meer. Manchmal bin ich begeistert ob ihrer Zartheit, zeitweise ärgere ich mich über zähe Schläuche. Selbst gemacht hab ich sie bis jetzt noch nie und das musste sich dringend ändern. Tintenfischerl soll man entweder ganz kurz oder sehr lange braten, alles dazwischen ist zäh - das schaffe ich, glaube ich.

Beim Fischhändler bekam ich diesmal frische, schon perfekt geputzte Tintenfischerl. Sehr praktisch, wenn das Wetter heiß ist, weil sich die Arbeitszeit in der Küche schon um einiges verringert. Die Tintenfischerl waren ungefähr zehn Zentimeter groß. Pro Person braucht man bei dieser Größe vier bis fünf Stück, also habe ich neun Stück gekauft. Das hat gepasst. Ich vermute allerdings, dass der Mitkoch etwas weniger als ich erwischt hat - bei Tintenfischringerln kenn ich kein Halten ...




Calamari fritti
Für 2 Personen

9 mittelgroße Tintenfischerl, geputzt
150 g Mehl
2 EL Salz
1 TL Paprika, edelsüß
1 TL getrockneter Oregano
1 TL frisch gemahlener, schwarzer Pfeffer
Neutrales Pflanzenöl

Die Tintenfischerl waschen. Die Tuben in zentimeterbreite Ringerl schneiden. Bei den Fangarmen das harte Mundstück abschneiden. Sehr gut abtrocknen (dann spritzt es beim Frittieren nicht so stark). Das Mehl mit Salz und den Gewürzen gut mischen. Ein großes Sieb über eine Schüssel legen. Die Fischerl in das Sieb geben. Das gewürzte Mehl drüberleeren und die Ringerl und Fangarme gut durchmischen, sodass alles gleichmäßig damit überzogen ist. Diesen Vorgang mit der aufgefangenen Mehlmischung wiederholen. Das sollte man erst ganz kurz vor dem Frittieren machen, da die Teile sonst wieder durchfeuchten und zusammenkleben.


Pflanzenöl in einem Frittiertopf (wir haben noch ein Modell von Riess-Email mit Drahtkorbeinsatz, keine moderne Friteuse) auf 180 Grad erhitzen (wir testen die Temperatur immer mit einem elektronischen Zuckerthermometer). Die Ringerl und Fangarme in drei oder vier Portionen ins heiße Fett geben und jeweils maximal eineinhalb Minuten frittieren, herausnehmen, auf eine mit Küchenpapier ausgelegte Platte geben und im Ofen warm halten (dort drinnen werden zur gleichen Zeit die Kartoffelwürferl übergrillt, das macht den Tintenfischringerln aber nichts, sie werden nicht zäh). Die Temperatur sinkt beim Frittieren ab, nach jedem Durchgang etwas warten und wieder prüfen, wie heiß das Fett ist.

Dazu habe ich knusprige Rosmarin-Kartoffelwürferl aus dem Backrohr und eine schnell zusammengerührte Sauce nur mit Knoblauch, Salz und Sauerrahm gemacht. Alles in allem hat die Arbeit in der Küche nicht länger als eine Stunde gedauert, so konnten wir das Essen noch draußen auf der Terrasse mit den letzten Sonnenstrahlen und einem fruchtigen Sauvignon aus dem Friaul genießen.

Nachtrag: Beim Schreiben dieser Zeilen regnet es schon wieder ...


Blaubeer-Quark-Knödel



Vorbereitung:
ein Sieb mit einem sauberen Leintuch auslegen, 750 g Schichtkäse hinein geben, in eine passende Schüssel hängen und am besten über Nacht im Kühlschrank abtropfen lassen.

Süße Brösel:
4 EL Zucker 
in eine Pfanne geben und hellbraun karamellisieren lassen.

6-8 EL Semmelbrösel
dazu geben, gut mit dem Karamell vermischen und hellbraun anrösten.

Die Masse abkühlen lassen, in den Mixtopf geben und 3-5 Sekunden/Stufe 8 je nach Wunsch der Feinheit mahlen und umfüllen. 

Blaubeermark:
150 g Blaubeeren
50 g Puderzucker
40 g Wodka
in den Mixtopf geben und 12 Sekunden/Stufe 10 pürieren. Umfüllen, Mixtopf spülen.  

Quarkknödel:
50 g Butter
1 EL selbst gemachter Vanillezucker

Schichtkäse (nach dem Abtropfen waren es bei mir etwas über 500 g)
2 Eier
2 Eigelb
100 g Hartweizen-Grieß 
Abrieb von 1/2 Zitrone
1 Prise Salz
in den Mixtopf geben und 20 Sekunden/Stufe 4 zu einer glatten Masse verrühren. Umfüllen und mindestens 1/2 Stunde in den Kühlschrank stellen.

Die Masse in 10-12 Portionen teilen, mit gut bemehlten Händen je einen Fladen formen, mit 6-8 Blaubeeren füllen und so zu einem Knödel formen, so daß die Beeren gut umschlossen sind. 

In kochendem Salzwasser 10 Minuten ziehen lassen, nicht mehr kochen!

Auf dem Fruchtpüree anrichten und mit den süßen Bröseln bestreuen.

Dukatenbuchteln mit Mohn ohne Ei


 

Dukatenbuchteln sind die kleinen Brüder der Buchteln, die auch als Wuchteln bekannt sind. Wir bereiteten sie heute mit einem orientalisch Twist zu - mit Mohnfülle und Rosensirup. Inspiriert von den slowakischen Bobalky übergossen wir die Dukatenbuchteln gleich nach dem Backen mit dem Sirup. Schmecken wunderbar zum Nachmittagstee oder Kaffee.

Zutaten:
Teig:
350 g Mehl
140 g Butter, zimmerwarm
40 g Zucker
125 ml Milch = 1/8 l, lauwarm
etwas geriebene, unbehandelte Zitronenschale
1/2 Pkt. Vanillezucker
1 Pkt. Trockenhefe
Fülle:
100 g Mohn
100 ml Milch
25 g Zucker
20 g Rosinen
etwas geriebene, unbehandelte Zitronenschale
Sirup:
120 ml Wasser
120 g Zucker
1 Handvoll Rosenblätter aus dem Garten, ungespritzt
1 Zitronenkappe (= ein Stück Zitrone vom Ende. Es soll einfach mehr Schale als Frucht haben)
Zum Bestreichen:
50 g flüssige Butter
  1. Teig: Mehl sieben und mit Hefe gut vermischen. 
  2. Butter mit Zucker schaumig rühren.
  3. Mehl, Milch, Vanillezucker und Zitronenschale dazugeben.
  4. Mit dem Kochlöffel verrühren und dann durchschlagen bis sich der Teig von der Schüssel löst.
  5. An einem warmen Ort stellen und zugedeckt 60 Minuten gehen lassen.
  6. Fülle: Inzwischen Mohn, Milch, Zucker und Rosinen zusammen in einem kleinen Topf bei mittlerer Hitze erwärmen und kurz aufkochen lassen. Etwas Zitronenschale hineinreiben und verrühren. Auskühlen lassen.
  7. Butter auf kleiner Hitze flüssig werden lassen.
  8. Auflaufform oder kleine Form 20 x 25 cm gut einfetten.
  9. Hefeteig auf eine bemehlte Arbeitsfläche geben und zu einem Quadrat zirka 1,5 cm dick mit dem Nudelholz ausrollen. 4 mal der Länge und 4 Mal der Breite nach schneiden. Das ergibt 25 Stück.
  10. Mohnfülle auf die Stücke verteilen.
  11. 4 Ecken von einem Stück nehmen und oben gut zusammen drücken. Dann alle noch offene Stellen durch Zusammendrücken verschliessen. Die Seitenflächen leicht mit der flüssigen Butter beschmieren und in die Auflaufform mit der Naht nach unten stellen. Nach und nach mit jedem Stück auf gleicher Weise verfahren. Mit der restlichen flüssigen Butter die Oberfläche bestreichen.
  12. Mit einem Tuch abdecken und an einem warmen Ort 30 Minuten gehen lassen.
  13. Inzwischen das Backrohr auf 170 °C Ober- und Unterhitze vorheizen.
  14. Rost in die untere Hälfte des Backrohrs schieben. Form darauf stellen und 35 bis 40 Minuten backen. 
  15. Sirup: Inzwischen Rosenblätter waschen und abseihen.
  16. Wasser zusammen mit Rosenblätter, Zucker und Zitronenkappe aufkochen und kurz kochen lassen. Sobald der Sirup sich zwischen den Fingern klebrig anfühlt und ein Tropfen auf einem senkrecht gehaltenen Teller die Spur hält, Sirup von der Herdplatte ziehen. Zitronenkappe und Rosenblätter entfernen. Rosenblätter dabei über dem Sirup auspressen.
  17. Dukatenbuchteln aus dem Backrohr nehmen und gleich die Hälfte des heißen Sirups darüber gießen. Auf ein Brett  stürzen und voneinander trennen. Lose nebeneinander auf ein Backblech oder eine größere Form stellen.
  18. Restlichen Sirup in die Zwischenräume der noch heißen Dukatenbuchteln gießen. 
  19. Kurz abkühlen lassen und servieren. Sie können auch kalt gegessen werden. Dann ganz auskühlen lassen. In einer abgedeckten Dose bleiben sie auch noch die nächsten 5 Tage frisch.




 Teig 
 ausgerollter Teig
 mit Mohnfülle belegte Stücke
 zusammengedrückte Ecken
 Größe einer Dukatenbuchtel
 in einer gut eingefetteten Form nebeneinander geschichtet
 aufgegangene Dukatenbuchteln
 frisch aus dem Backrohr
 mit Zuckersirup übergossen
 getrennt und nochmals mit Zuckersirup getränkt
fertige Dukatenbuchteln

Baklava mit Blätterteig und Mohn



Es gibt einen Koch-Blog-Event zum Thema Mohn, der von Pimpi-Mel-la organisiert wird. Anna nimmt daran teil und das ist ihr Rezept. 
Blog-Event LXXX - Papaver (Einsendeschluss 15. August 2012)
Mehlspeisen aus Mohn sind in Österreich schon immer sehr beliebt. Angefangen von den Germknödeln, die es sogar Tiefgekühlt zu kaufen gibt, Mohnstrudel, Mohnnudeln, Schupfnudeln mit Mohn bis hin zu Mohnschnitten wird der Mohn fleißig verwendet. Ich liebe Mohn und daher wollte ich auch etwas mit viel Mohn zubereiten. Mit Mohn verbinde ich auch Rosen und Türkei. Warum also nicht wieder etwas Orientalisches, wie ein Baklava mit Mohn. Und wieder keine türkischen Yufka- oder griechische Filoteigblätter im Haus. Aber Blätterteig. Nicht klassisch, aber warum nicht einmal versuchen. Es funktionierte, duftete umwerfend und schmeckte super. Nur die klassische Methode mit dem Zuschneiden vor dem Backen erwies sich nicht so gut. Der Blätterteig wölbte sich an der Oberfläche. Das nächste mal werde ich lieber nach dem Backen zuschneiden. Heute gebe ich aber das Rezept so weiter wie ich es gemacht habe.

Zutaten für 36 Stück:
2 Pkt. Blätterteig (= 2 x 275 g)
für die Fülle:
200 g Mohn, gemahlen
110 g Butter
100 g Zucker
100 g Rosinen
für den Sirup:
100 g Zucker
100 g Wasser
1 Zitronenkappe (= eine fingerbreite Scheibe Zitrone mit Ende)
1 Handvoll ungespritzte Rosenblätter (am Besten duftende Strauchrosen)

1 Auflaufform 20 x 30 cm, 1 Backpinsel, 1 Schüssel, 1 kleiner Topf
  1. Backrohr auf 220 °C vorheizen.
  2. Auflaufform mit Butter gut einfetten.
  3. Restliche Butter auf kleiner Hitzestufe zum Schmelzen bringen.
  4. In einer Schüssel Mohn, Zucker und Rosinen mischen.
  5. Blätterteig ausrollen und mit dem Papier nach oben in die Auflaufform geben. Papier abziehen. 
  6. Mit einem Messer rund um die Auflaufform den Überschuss wegschneiden.
  7. Mit einem Backpinsel Butter über den Teig streichen und die Hälfte der Mohnmischung darauf verteilen.
  8. Etwas flüssige Butter mit einem Löffel auf dem Mohn spritzen.
  9. Zweites Packet öffnen. Die gleiche Fläche wie der abgeschnittene Teil des ersten Packets abschneiden. 
  10. Den Mohn mit den Restteilen des Blätterteigs belegen. 
  11. Teile mit flüssiger Butter bestreichen.
  12. Restliche Mohnmischung darauf verteilen.
  13. Etwas füssigen Butter mit einem Löffel auf dem Mohn verteilen.
  14. Blätterteig vom zweiten Packet auf den Mohn legen. Papier abziehen.
  15. Mit einem spitzen Messer 8 mal der Breite und 3 mal der Länge nach durchschneiden.
  16. Restliche flüssige Butter über alle Stücke gießen.
  17. Auf der mittleren Schiene ins Rohr stellen. 25 Minuten backen.
  18. Inzwischen Rosenblätter waschen und abseihen.
  19. Wasser zusammen mit Rosenblätter, Zucker und Zitronenkappe aufkochen und kurz kochen lassen. Sobald der Sirup sich zwischen den Fingern klebrig anfühlt und ein Tropfen auf einem senkrecht gehaltenen Teller die Spur hält, Sirup von der Herdplatte ziehen. Zitronenkappe und Rosenblätter entfernen.
  20. Baklava aus dem Backrohr nehmen und sofort mit dem heißen Zuckersirup übergießen.
  21. Vollständig auskühlen lassen.
erste Schichte zugeschnittener Blätterteig in Auflaufform
 zweite Schichte Mohnmischung mit etwas zerlassener Butter
 dritte Schichte mit überschüssigem, abgeschnittenen Blätterteig
vierte Schichte Mohnmischung mit etwas flüssiger Butter
 fünfte Schichte Blätterteig hier alles bereits zugeschnitten
 fertig gebacken
ausgekühlte Stücke
Tipps:

  • Blätterteig auf Backblech legen und nur eine Schichte mit der ganzen Mohnmischung verteilen. Mit zweiten Blätterteig abdecken.
  • Rosenwasser statt Rosenblätter verwenden oder gar nichts hinzufügen.
  • Wer es gerne Süßer hat, kann auch mehr Sirup kochen. Das Verhältnis ist immer 1:1.
  • Filoteig statt Blätterteig verwenden. Backzeit ist länger und Zubereitungsvorgang kann hier nachgesehen werden.
  • Wer Mohn nicht mag, kann auch geriebene Nüsse nehmen.
  • Mit einem Teigspachtel in den Schnittlinien scharf hin und herziehen, dann erhält man schöne Seitenflächen.
  • Ein Butterpapier/Backpapier in Streifen schneiden und jeden Streifen in 4 Teile teilen. Baklavastücke in die Streifen setzen. So lassen sie sich besser aufheben und aus einer Dose nehmen.




 Teigspachtel in Schnittlinie
mit Butterpapierstreifen

Verführung zu Ottolenghi


Astrids Beitrag hat geschafft, was Yotam Ottolenghi nicht gelungen ist. Sie hat die Tarte Tatin Surprise so köstlich beschrieben, dass ich sie sofort nachkochen musste. Allerdings: ganz vegetarisch? Es müsste doch möglich sein, auch dort irgendwo etwas für Carnivoren unterzubringen! Vielleicht etwas Schinkenspeck, knusprig geröstet?

Und die von ihr so gelobte Ziegenbutter konnte ich auf unserem Freitagsmarkt nicht auftreiben, also hab ich normale Butter verwendet. Dafür hab ich alten Ziegengouda  bekommen, der so gut war, dass ich die im Rezept benötigte Menge dann fast nicht mehr hatte, so viel hab ich vorher davon genascht. Und die ersten bunte Tomaten von Margit (die nur zwei, drei Wochen im Jahr zu bekommen sind) waren auch schon reif.

In einem Punkt hat Astrid völlig recht: Die angegebene Menge reicht für vier Personen allenfalls als Vorspeise! Hier das von mir etwas veränderte Rezept:

Tarte Tatin Surprise

200 g Kirschtomaten
2 El Olivenöl, plus etwas zum Beträufeln der Tomaten und zum Einfetten der Backform
Salz und schwarzer Pfeffer
500 g Babykartoffeln (ungeschält)
1 große Zwiebel in dünne Scheiben geschnitten (Küchenschabe: Tropea)
40 g Zucker
10 g Butter
3 Zweige französischer Majoran, Blättchen abgezupft
150 g Ziegenhartkäse in dünne Scheiben geschnitten
50 g Schinkenspeck, in dünne Streiferl geschnitten
die Hälfte dieses Butter-Topfen-Teiges

Das Backrohr auf 130 Grad vorheizen. Die Tomaten halbieren, mit der Schnittfläche nach oben aufs Backblech legen.  Salzen, pfeffern und mit Olivenöl beträufeln. Ungefähr 45 Minuten im Backrohr trocknen lassen (ich hab gleich die doppelte Menge aufs Blech gelegt und die überzähligen als Vorspeise serviert). Die Kartoffeln weich kochen, oben und unten ein kleines Stück wegschneiden (damit sie dann nicht umfallen), den Rest in zwei Zentimeter dicke Scheiben schneiden.
Die Zwiebel ungefähr zehn Minuten in Öl braten. In der gleichen Pfanne die Schinkenspeckstreiferl knusprig braten und auf Küchenpapier entfetten.

Die Tatin-Form auf der Herdplatte zehn Minuten bei mittlerer Hitze vorwärmen. Das Backrohr auf 200 Grad vorheizen. Den Zucker in die gewärmte Form geben und karamellisieren. Nicht zu dunkel werden lassen, sonst wird er bitter. Wenn der Zucker vollständig geschmolzen ist, die Form vom Herd nehmen und die Butter einrühren. Der gesamte Boden sollte gleichmäßig mit Karamell bedeckt sein.
Die Majoranblättchen drüberstreuen. Die Kartoffelscheiben eng in den Karamell schlichten. Zwiebel und Tomaten behutsam in die Lücken stecken und alles mit Salz und Pfeffer würzen. Die knusprigen Speckstreiferl drüberstreuen. Die Ziegenkäsescheiben gleichmäßig darauf verteilen. Den ausgerollten Teig auf die Tartefüllung legen und den Teigrand vorsichtig zwischen Backform und Füllung stecken.

25 Minuten bei 200 Grad backen, dann die Temperatur auf 180 Grad reduzieren und weitere 15 Minuten backen. Aus dem Backrohr nehmen und zehn Minuten rasten lassen. Dann mit Hilfe der Tatin-Platte umdrehen und in Stücke schneiden.



Mehr von Ottolenghi gibts bei mir hier:
Ottolenghi live
Walnuss-Karotten-Kuchen mit Frischrahm-Honig-Glasur
Gegrillter Karfiol mit Kirschtomaten, Dill und Kapern

Pate de fruits mit schwarze Johannisbeeren

Früchte und Beeren haben einen unterschiedlichen Pektin und Säureanteil, auf dem wir bei der Herstellung von einem Pate de fruits achten sollten. Zu den gefrorenen Fruchtpasten einer französischen Firma kann man auch eine Liste der Säure/Pektinanteile hier unter Confectioners herunterladen. Wir haben zwar unsere eigenen schwarzen Johannisbeeren aus dem Garten verwendet, passten unser Rezept aber doch dieser Tabelle an, da unser erster Versuch zwar sehr hübsch aussah, aber von der Konsistenz nicht zufriedenstellend war. Leider sind wir auch mit diesem Ergebnis nicht ganz zufrieden. Das Püree will einfach nicht richtig gelieren. Da es aber trotzdem gut zusammenhält und das Johannisbeeraroma einfach hervorragend ist, veröffentlichen wir dennoch hier das Rezept dazu.

Zutaten für 40 bis 50 Stück:
Für das Fruchtpüree:
300 g Johannisbeeren
120 ml Apfelsaft
Schale einer viertel Zitrone kleingeschnitten
Für das Pate de fruits:
360 g Johannisbeerpüree
325 g Zucker
60 g Traubenzucker
7 g Apfelpektin
5 g Zitronensäure
  1. Fruchtpüree: Johannisbeeren waschen und abseihen.
  2. In einem Topf geben. Apfelsaft und Zitronenschale  hinzufügen.
  3. Bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen.
  4. 5 Minuten kochen lassen.
  5. Mit Stabmixer fein pürieren und durch einen Sieb streichen.
  6. Masse abwiegen. Eventuell mit Apfelsaft auf 360 g ergänzen.
  7. Einen Teller in das Tiefkühlfach stellen.
  8. Zitronensäure mit 1 EL Wasser verrühren.
  9. Pektin mit 36 g Zucker verrühren.
  10. Johannisbeerpüree in einem kleinen Topf mit starkem Boden erhitzen. Pektinmischung mit dem Schneebesen hineinrühren und gut rühren.
  11. Bei mittlerer Hitze zum Kochen bringen und 1 Minute kochen lassen.
  12. Zucker und Traubenzucker hinzufügen.
  13. Mit einem Kochspachtel jetzt ständig auf mittlerer Hitze rühren und aufpassen, dass nichts anbrennt. Solange rühren bis der Kochspachtel eine sichtbare Spur in der Masse hinterlässt, die sich wieder schließt. Das passiert so nach 35 bis 45 Minuten. Kurz von der Herdplatte ziehen.
  14. Teller aus dem Tiefkühlfach nehmen. Mit dem Finger in die Zitronensäurelösung tauchen und  auf dem Teller eine kleine Scheibe zeichnen. Etwas von der Masse auf diese Scheibe tropfen. Kurz warten und das entstandene Gelee auf Festigkeit überprüfen. Ist es noch zu weich, dann weiter kochen lassen und die Probe nach ein paar Minuten wiederholen.
  15. Zitronensäure hinzufügen und 1 Minute weiter rühren und kochen lassen.
  16. Auf die beschichtete Pfanne gießen und ganz rasch mit dem Teigspachtel gleichmässig etwa 1 cm dick einmal ausstreichen. Nicht viel herumformen, denn das stört die Struktur.
  17. Auskühlen lassen.
  18. Auf ein Backpapier geben.
  19. In Quadrate schneiden. Messer nach jedem Schnitt mit einem feuchten Tuch abwischen.
  20. Einzelne Stücke im Zucker wälzen.


fertiges Johannisbeerpüree im Topf mit Apfelpektin
schwarze Johannisbeerpüree mit Zucker
nach 45 Minuten Kochzeit hinterlässt eine Spur
in der beschichteten Pfanne
auf dem Backpapier mit einem Messer in Quadrate geschnitten
in Zucker gewälzt
auf Backpapier in einer Dose
fertige Pate de fruits
Tipp:
360 g Schwarze Johannisbeeren waschen und ohne Kochen mit dem Stabmixer pürieren. Dann wie obiges Rezept ohne Apfelsaft verarbeiten.
Schwarze Johannisbeeren Pate de fruits mit ungekochter Fruchtpaste
ohne Apfelsaft mit 2 g mehr Säure als Pektin. Die Säure hat ein starkes
Rot hervorgebracht.
Die Konfekte sind nicht sehr fest geliert und nicht so
aromatisch geworden wie unser obiges Rezept.
mit einem Gitter aus weißer Schokolade
auf beiden Seiten gefestigt